Ich weiß es nicht; aber daß es lich um ein Schnippchen handelte, das der abgefeimte Feind unserer Seele schlug, das weiß ich. Denn weder vorher noch nachher hatte lich der Uniformierte um unsere Pakete gekümmert. Wie kam es, daß er es ausgerechnet an dem Morgen tat, da Gott mir die Bibel fchickte? Erkläre es sich natürlich, wer will: mir ist es gewiß, daß es nicht mit rechten Dingen zugegangen war, sondern daß der Diabolos leine Hand im Spiele hatte, der Geilt, der alles durcheinander bringt und uns nichts Gutes gönnt, am allerwenigften das Wort Gottes.
Soweit der Bericht über die Vorgeschichte des Bibelhymnus. In feinem Buche, 2000 Tage Dachau , Erlebnille eines Chriftenmenschen unter Herrenmenschen und Herdenmenschen" hann fie der geneigte Lefer felbft finden.
Eine Krähe, die lich beim Ausmachen der Hühnermagen zwischen feinen Fingern gebildet hatte, brachte ihn ins Revier. Von dort richtete er in einem logenannfen Rapportbrief die schriftliche Bitte an die Lagerleitung, ihm die vorenthaltene Bibel auszuhändigen. Als er, wie zu erwarten war, nicht einmal einer Antwort gewürdigt wurde, machte lich lein Schmerz in den Verlen Raum, welche leiner glühenden Sehnlucht nach der Bibel Ausdruck verliehen. Wie kurz darauf die darin ausge( prochene Bitte auf merkwürdige Weile erhört wurde, mag man in dem erwähnten Buch felbft nachlefen. D
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