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Unter dem gelben Stern : ein Tatsachenbericht aus der Zeit von 1933 bis 1945 / von Abraham Hochhäuser
Entstehung
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der Bomben herab, damit ihr Leiden endlich ein rasches und schmerz­loses Ende fände.

Der Zug, der uns nach Buchenwald bringen sollte, rollte auf einem Nebengeleis ein und bald war der jämmerliche Transport Halbverhunger­ter unterwegs. Das Wetter war trübe, der Himmel voller Wolken und unsere Stimmung sehr niedergeschlagen. Nach zweistündiger Fahrt ka­men wir an's Ziel, d. h. ein letztes Stück des Weges mußten wir zu Fuß gehen.

Wir kamen an einem Bild vorüber, das man hier aufgestellt hatte: Vier bergaufkeuchende Häftlinge. Unterschrift: ,, Es geht mit Karacho". An der Lagerpforte lasen wir ein neues Mahnmal: ,, Recht oder Unrecht mein Vaterland", und ein drittes im Lager selbst ,, Jedem das Seine". Als wir im Lager standen, waren wir völlig entkräftet und tot­müde. Der Hunger war kaum noch zu ertragen, und die bittere Kälte machte unsere Verzweiflung voll. Wir hofften, nun endlich ein Lager für unsere müden Körper zu finden. Zu Zehntausenden standen wir auf dem großen Appellplatz, eine ganze Stadt des Jammers.

Buchenwald beherbergte damals etwa 60 000 Menschen und es war unmöglich, daß die Zahl mit einem Schlage verdoppelt wurde. Wir mußten warten und warten, ohne daß irgendetwas für unsere Lage ge­tan wurde. Zunächst dauerte es drei Tage, bis wir zur Entlausung ka­men, die die Lagerordnung jedem Neuankömmling auferlegte. Wir er­hielten weder Essen noch Trinken, und täglich gingen Tausende zu­grunde. Die Sanitäter hatten unaufhörlich zu tun, und auch das Krema­torium arbeitete ohne Pause. Zu Bergen türmten sich die Leichen.

Manchem kostete der Kampf, schneller entlaust und damit in die Lagergemeinschaft aufgenommen zu werden, das Leben. Mir gelang es endlich nach drei Tagen. Wir wurden in große Badewannen gesteckt, die mit Lauge gefüllt waren. Vorher hatte man uns sämtliche Körperhaare abrasiert. Manchem brachte ein solches Bad den Tod, andere aber auch wieder wurden erfrischt davon. Die Schmerzen, die an den vielen wun­den Stellen des Körpers brannten, sobald sie mit dem heißen Seifen­wasser in Berührung kamen, waren fürchterlich.

Nach der Entlausung wurden wir eingekleidet: Holzpantinen mit Fuẞlappen, ein Hemd, Leinenhose und eine gestreifte Leinenjacke. Da es Februar und noch immer bitter kalt war, bot diese Kleidung uns kaum einen Schutz vor der Witterung. Im Stillen flehten wir auch hier wieder zu Gott, er möge sich doch endlich unser erbarmen und uns durch den Tod, in dem wir die einzige Rettung sahen, von unseren Leiden erlösen.

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