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Unter dem gelben Stern : ein Tatsachenbericht aus der Zeit von 1933 bis 1945 / von Abraham Hochhäuser
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Danzig ist einst eine blühende Handels- und Hansestadt gewesen. Viele Juden und Polen , die hier nicht weit von ihrer Heimat entfernt waren, hatten sich angesiedelt und dem Geschäftsleben der Stadt das entscheidende Gepräge gegeben. Nun war das Zentrum der Stadt ver­wüstet und wie ausgestorben. Gauleiter Forster ließ das Volk wissen, daẞ Danzig nun eine deutsche Stadt sei und alles Fremde verschwinden müsse, und wenn das Gras in den Straßen der Stadt noch so hoch wach­sen sollte. Die Worte dieses Mannes haben sich heute in grausiger Weise bewahrheitet, wenn auch anders, als sich Forster das damals gedacht haben mag. In Danzig wächst heute das Gras auf den Trümmern einer jahrhundertealten Baukultur.

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Ich hatte nur kurze Zeit in Danzig verlebt und habe manche glück­liche Stunde aus dieser Zeit im Gedächtnis. Ich fand viele Menschen, die die Stadt vor dem Untergang, der ihr durch die Vereinigung mit dem Reich bereitet werden mußte, retten wollten. Auch hier gab es einen Freiheitskampf, der aber, wie anderswo, vergebens war. Danzig fiel wie die meisten anderen deutschen Städte den Vabanque- Spielern zum Opfer, und ihre Einwohner aller Schichten haben dieses Spiel mit ihrem Hab und Gut und vielfach mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Ich floh aus Danzig , wie ich zwei Jahre vorher aus Breslau geflohen war. Das einzige, was ich mitnehmen konnte, waren meine Frau und das inzwischen zur Welt gekommene Kind. Fast zur gleichen Zeit wie der aus Deutschland kommende Transport der ausgewiesenen polnischen Ju­den trafen wir in unserer Heimat Polen ein. In Kattowitz sah ich meine Mutter wieder und hörte davon, was sich in der Zwischenzeit in Deutsch­ land ereignet hatte.

Die polnischen Juden müssen Deutschland

verlassen

In Kattowitz also traf ich mit meinen Angehörigen, die aus Deutsch­ land kamen, zusammen, und meine Mutter erzählte mir, wie die große Ausweisungsaktion vor sich gegangen war. Sie berichtete:

Wir wurden am 22. Oktober mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen. Wildes Klopfen, rohe Stimmen: ,, Polizei"... Das Leben der letzten Jahre hatte viel Nerven gekostet und es überlief uns kalt bei dem Gedanken, was uns nun draußen erwartete. Wie schwer schließt sich unter solchen Umständen eine Tür auf. Draußen standen zwei Polizisten.

,, Machen Sie sich sofort fertig, wir haben Befehl, Sie abzuführen." ,, Nehmen Sie nur das Nötigste mit."

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