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FÜNF MINUTEN VOR ZWOLF
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Kriegsgefangenen, ihrem Abscheu laut Ausdruck geben, scheint es den Transportführern geraten, einen längeren Halt zu machen. In einem ausgedehnten Waldstück wird die Postenkette gestellt und die Häftlinge wie das Vieh hineingetrieben. Viele fallen um, wie sie gerade gehen und stehen in einen todähnlichen Schlaf. Das Wetter hat sich in der Zwischenzeit verschlechtert, und ein kalter Wind, mit Regengüssen vermischt, geht auf uns nieder. Nachts wacht man immer wieder auf der Hunger wühlt in den Gedärmen. Am anderen Morgen treffe ich einen uns gutgesinnten Posten, einen kriegsverletzten Unteroffizier der Wehrmacht , der, wie viele seiner Kameraden, noch in den letzten Monaten gegen seinen Willen in die verhaßte SS gesteckt wurde. Von ihm erfahre ich die neuesten Nachrichten, das Interessanteste ist mir der Zusammenbruch der Südfront: das bedeutet, daß damit unser Marschziel illusorisch geworden ist nicht mehr und nicht weniger. Doch man ist zu stumpf, um sich darüber noch freuen zu können. Der Posten erzählt mir weiter, daß unser Transport in der ersten Nacht 16 Tote gehabt hat, während in der zweiten Nacht 1050 Häftlinge zusammengebrochen seien; viele davon wurden erschossen. Weiterhin seien viele. von der Zwangs- SS auf dem Marsch bereits desertiert und ebenfalls viele Häftlinge geflohen. Ein mit ihm daraufhin geplanter Fluchtversuch scheiterte an nicht vorhergesehenen Umständen. In diesem Wald lagerten wir dann 2½ Tage, es begann kalt zu werden und zu schneien, und ich wurde mit vielen anderen, durch Nässe und Kälte, sowie durch Trinken von nicht einwandfreiem Wasser krank. Mit Entsetzen stellte ich fest, wie sich in der kurzen Zeit die vertrauten Gesichter meiner Kameraden in hohläugige, abgezehrte, bleiche Masken verwandelt haben. Erschütternd die Veteranen, die paar Dutzend noch, die von Zehntausenden Übriggebliebenen; hatten sie doch die Entwicklungsge
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