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FÜNF MINUTEN VOR ZWÖLF
jahrssonne, im Lager das einzige, über das der SS - Reichsführer Himmler keine Gewalt hatte... Weiß leuchtet der riesige Appellplatz, von unzähligen kurzlebigen Häftlingsgenerationen festgetreten...
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Der 26. April kam, und kein Arbeitskommando durfte mehr das Lager verlassen. Schwarz gedrängt stehen die Menschen in den Blockstraßen, Bestürzung, Enttäuschung. Angst und Wut malen sich in den vom Hunger abgezehrten Gesichtern. Tiefflieger stoßen herunter in das naheliegende SS - Lager und suchen sich lohnende Ziele. Als die Morgensonne in das Zeichen des Mittags stieg, kam vom Jourhaus vorne das Kommando: ,, Reichsdeutsche antreten!" Die letzten, die noch an Vernunft und Menschlichkeit im zusammenbrechenden Nazi- System geglaubt hatten, packen hastig ihre Habseligkeiten, und dann marschiert unser Block als erster auf dem Appellplatz auf. Vielmals wird ausgerichtet und abgezählt, dann wird eine Marschverpflegung ausgeteilt. Die ausgehungerten Menschen essen sie im Stehen auf einen Sitz auf auch die brüllende und tobende SS kann dem Hunger nicht gebieten! In der Zwischenzeit hatte sich der Appellplatz gefüllt, die Russen und die Juden müssen ebenfalls marschbereit sein. Insgesamt sollen wir mit 9000 Mann marschieren. Wir stehen angetreten und warten... Um 12 Uhr waren wir aufmarschiert, wir stehen ununterbrochen neun Stunden wartend auf demselben Fleck. Etwa um 4 Uhr nachmittags wurde die Lagerprominenz aus dem Kommandanturarrest heraus an uns vorbeigeführt, um in bereitstehenden Autos verschleppt zu werden. Es waren dies die sogenannten Ehrenhäftlinge. Man bemerkte darunter rumänische, ungarische und andere Generäle, ferner Pastor Niemöller, den mutigen Vorkämpfer für Glaubensfreiheit, Schuschnigg , Léon Blum , den jetzigen französischen Regierungschef, Prinz Leopold von Preußen und seinen Sekretär, Thyssen und Dr. Schacht, Prinz von Bourbon- Parma u. a.,
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