Verzeihung bittend
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ZWOLF UHR
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kurz, alles war von großer Eindruckskraft, so insbesondere der Eid, den er bei seinem Priestertum daraufhin ablegte, daß er in voller Unwissenheit war über den Umfang und den Grad der Greuel, die in allernächster Nähe verübt worden waren.
Mir trat blitzartig die zynische Perfidie vor die Seele, mit der drüben bis zuletzt die abgeschiedenen Unglücklichen behandelt worden waren. Selbst angesichts des Todes verletzte man in himmelschreiendem Übermut die Gesetze, die jedem Lebenden als Achtung vor dem Elementar- Menschlichen ins Herz geschrieben sind. Und hier: nichts als Liebe und Dank: ,, Ave verum corpus!" Die tausendfache Last des Unrechts, welche die Verachtung der Herrenmenschen jahrelang an meinen Brüdern begangen, deren bleiche Angesichter vor meinem Blick auftauchten, legte sich mir mit solcher Gewalt auf die Seele, daß ich meinen Kopf in den Armen barg, um ungesehen meinen Tränen freien Lauf zu lassen.
Nachher trafen sich Bekannte vor der Kirche; alte Häftlinge, die sich lange nicht mehr gesehen hatten, hier begegneten sie sich und schüttelten sich enthusiastisch die Hände. Daß man diesen Augenblick erleben durfte! So traf ich den wackeren Schwaben Karl Hauff, der jahrelang als Schreiber tätig war, und Max, den Koch beim Konservenwülfert.
Ganz Beherzte scheinen sich in Dachau bereits niedergelassen zu haben, als ob es keinen trauteren Boden zur Familiengründung gäbe als in der Nähe dieses fluchwürdigen Bodens, der das Blut Unschuldiger getrunken.
Für den Rest des Nachmittags ließen wir, Rackwitz und ich, die Pfarrköchin sorgen. Als wir die Unsern nicht mehr fanden, folgten wir einer Eingebung unserer Kühnheit, daß sie sich vielleicht im Stadtpfarrhause ihr Leben zu erleichtern unternommen hätten. Und richtig: es war, als ob Dittmer die Wünschelruten, die ihm anstatt der Hände


