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FÜNF MINUTEN VOR ZWÖLF
Vom feierlichen Requiem in der Dachauer Kirche und von der
Kaffeestunde im Dachauer Pfarrhaus.
,, Mein Unglück ist mein Glück".
Eine violette Limousine trägt sieben Mann ins Freie!
Hurra, hurra!
Sonntag, 29. April 1945, morgens.
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Die weiße Fahn' ist da! Die weiße Fahn' ist da, hurra, hurra!
Wieder einen Schritt weiter! Aus allen Blöcken strömt es zum Appellplatz, um das kleine Stück weißen Tuches zu bestaunen, das auf dem First des Bekleidungslagers, als Wimpel gehiẞt, im Morgenwinde flatterte. Die weiße Fahne
das heißt, daß das Alte abgelebt ist, abgewirtschaftet hat, sich gezwungen sieht, dem Neuen Platz zu machen. Möge nun auch unter uns ein neuer Geist erwachen, der Geist der Einmütigkeit und Liebe, welcher den alten des Hasses und der Entzweiung vertreibt. Windgasse, der Evangelist, mußte zu seiner Empörung und Trauer feststellen, daß seine Strümpfe abhanden gekommen, und das auf Block 26! ,, So das geschieht am grünen Holz..." Der Umschwung der Gesinnung hat also noch einen weiten Weg, ehe er uns erreicht hat. Er kommt nicht durch äußere Umwälzungen, sondern umgekehrt; der Geist von oben allein vermag ihn zu schaffen.- Der tote Punkt ist übrigens wohl überwunden. Die ,, Nacht der langen Messer" ist gefahrlos vorübergegangen. Wir haben's nicht verdient. Keine Hand hat sich gegen uns gekehrt, um die Rachepläne gegenseitiger


