Teil eines Werkes 
2 (1946) Fünf Minuten vor Zwölf : des ersten Jahrtausends letzte Tage unter Herrenmenschen und Herdenmenschen ; Dachauer Tagebücher des Häftlings Nr. 16921 / K. A. Gross
Entstehung
Seite
195
Einzelbild herunterladen

inen

äter.

locks

ver­

Wei­

1945.

dem

oller

ntbar

ingt.

Säter.

smut,

zer­

nicht

ge­Ge­

war

wird's

DER VERNICHTUNGSTRANSPORT

195 dran bin!" Käufer, der Kommunist, will den Befehl von Himmlers Stellvertreter selbst gelesen haben. Wirklich, hört: ,, Reichsdeutsche antreten!" Ein Schauer durchfährt jeden. Doch die Erläuterung läßt die meisten erleichtert aufatmen: ,, Die nur, die Marschverpflegung erhalten haben." Das geht mich also nicht an; aber leider, es gibt mir einen Stich durchs Herz, den Knaben Hiob . Er kommt mit Aaronsstab und ,, Kriegskasse" angehinkt, und zum soundsovielten Male nahmen wir voneinander Abschied. Ich suchte sein umdüstert Gemüt aufzuhellen. Größer als unsere Zwistig­keiten war unsere Gemeinschaft in Ihm; wir fanden uns stets wieder zueinander, an keinem Abend gingen wir un­versöhnt zur Ruhe.

-

,, O Freiheit, wie bist du so fein!" singt M., der Legionär, in allen Tonarten: ,, Sie sein da?" wird er von einem Belgier a die gefragt: Jo, naddierlich!" singt's begeistert zurück. Allein, wer weiß, wir sind unangenehme Überraschungen gewöhnt; so heute morgen, als wir betroffen feststellen mußten, daß die SS immer noch da ist. Sie klebt fest wie die Fliege auf dem Leim. Ich fliehe zu den Hochwürden. Vielleicht ist Andacht; da kann der HERR sein stärkend Wort ins Herz hineinsagen. Auch der Zuspruch der Brüder tut wohl. Zuerst frage ich ich kann jetzt ohne nach Windgasse, dem Evangelisten Gefahr den richtigen Namen schreiben. ,, Er ist weg, Gott sei Dank", gibt mir ein Deutschpole Bescheid. Der Dank­seufzer ist mir rätselhaft, doch sogleich soll mir Aufklärung werden. Ich frage nach den deutschen Pastoren, stutzig darüber, daß ich keinen von ihnen beim Harmonium sehe, wo sie sich zur Andacht zu versammeln pflegen. ,, Die sind doch fort!" Ein böhmischer Prediger scheint über meine geringe Fassungsgabe erstaunt zu sein. Ich fahre indessen fort, ver­ständnislos um mich zu blicken und falle aus den Wolken, als er meiner Unwissenheit erleuchtend zu Hilfe kommt und ergänzt: ,, Vorn auf dem Platz, die Reichsdeutschen

fünf

-lock­

platz

be­

ffeln,

lohr,

iẞten mpart

a das

o ich

13"