FÜNF MINUTEN VOR ZWÖLF
IZI
lich, aber wir hatten es uns doch anders gedacht". Ich verstand ihn vollkommen, denn keiner von uns legte einen übertriebenen Wert darauf, jetzt hinauszukommen in dieses Tohuwabohu hinein, vielleicht als Kanonenfutter beim Volkssturm. Diesen Händen möchten wir unsere Freiheit nicht zu verdanken haben, nein, wahrlich nicht!
Währenddessen fiel beim Packen manch wertvoller Brocken als Erbschaft für mich ab, ein herrliches Milchpulver und in einer schimmelduftenden Tüte von Lackmann, dem Lutheraner, eine Kollektion süßer Brötchen, die nicht nach Schimmel dufteten.
11. April 1945.
Für das neue Schanzkommando, das gestern nach Mün chen abgerückt ist unter Aufsicht der ,, Organisation Todt ", und dessen Abzug wir vom Fenster aus beobachteten, gilt das Wort:
,, Es kann vor Abend anders werden,
als es am frühen Morgen war; solang ich leb auf dieser Erden,
schweb ich in steter Todsgefahr."
Die armen Jungen, sie haben bei ihren Aufräumungsarbeiten einen furchtbaren Blutzoll entrichten müssen: nicht viele von ihnen sind lebend ins Lager zurückgekommen. Als Fliegeralarm gegeben wurde, wollten sie sich in Sicherheit bringen, wurden aber von den Posten daran gehindert, welche auf die Gefangenen mir nichts dir nichts schossen. So mußten die Unglücklichen den Angriff ohne Schutz über sich ergehen lassen. Es scheint, daß sie gerade an einer sehr gefährdeten Stelle arbeiteten, denn es heißt, daß über 200 Mann tot auf der Stelle geblieben sind. Wer diese waren, ist nicht zu erfahren, denn nie wird eine Liste von Gestorbenen oder Getöteten bei uns veröffentlicht. Das wäre zuviel der Ehre für Staatsfeinde. Aber ihr Leben für diesen
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