Teil eines Werkes 
2 (1946) Fünf Minuten vor Zwölf : des ersten Jahrtausends letzte Tage unter Herrenmenschen und Herdenmenschen ; Dachauer Tagebücher des Häftlings Nr. 16921 / K. A. Gross
Entstehung
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FÜNF MINUTEN VOR ZWOLF

Dachau die letzte Zuflucht!

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Wir hören das erste Brummen.

Pimpfe mit Gewehr.

Das Ausland staunt.

Das Komplikationshauptamt muß frieren.

Hiob leidet an Ressentiment, und ich setze ihm den Kopf zurecht. Wir werden aus dem Schlaf aufgeschreckt und gefilzt, aber sie kommen nicht hinter meine Geheimnisse.

Ein Schulmeister tut Aussprüche, läßt sie aber nicht aufschreiben. Der Parolenmüller mahlt ein nahrhaftes Korn.

Die Spannung wächst. Viele sterben darüber.

Erinnerungen steigen auf an vergangene Zeiten. Wie ein Vogel verscheucht."

Ich bin auf geradem Wege, ein Mogul zu werden.

Auf dem Pfarrerblock geht es stürmisch zu, und ich mache eine Erbschaft.

So gehn sie mit uns Sklaven um!

,, Ich bin schon wieder da!"

Heiliger Götz von Berlichingen , sei nicht beleidigt!

Hiob wird schwächer, und seine Quälgeister ereilt ihr Schicksal. Ein gräflicher Professor magert ab, wird Posthelfer und kriegt eine Zebrauniform.

Ich komme um meine Stellung und obendrein um den Tabak.

Ein Holländer hält eine kräftige Predigt,

und ein Hohenzollernprinz taucht in der Tür auf.

Wir haben Visionen des Hungers, und ich lese einen Hunger- Roman.