Teil eines Werkes 
2 (1946) Fünf Minuten vor Zwölf : des ersten Jahrtausends letzte Tage unter Herrenmenschen und Herdenmenschen ; Dachauer Tagebücher des Häftlings Nr. 16921 / K. A. Gross
Entstehung
Seite
43
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seine Kolonne nicht terrorisiert und auf diese Weise im End­ergebnis das Gegenteil einer Leistungssteigerung erreiche..."*) ,, Diese Tatsachen sind dem Amt D II bekannt. Das Amt DII rechtfertigt hiermit sein Verlangen, die Sätze für die nicht in der Rüstungsindustrie eingesetzten Häftlinge weiter zu erhöhen. Mit der wiederholt von den Werkleitern vertrete­nen Auffassung, die Leistungen eines Gefangenen betrügen nur einen Prozentsatz von der eines Zivilisten, ist gegen­über dem Amt D II nichts auszurichten."

Dieser Brief ist deswegen aufschlußreich, weil er beweist, daß die Leitung der Konzentrationslager, das Amt DII, sehr wohl im Bilde war über die Wirkungen der Capo­( Vorarbeiter-) wirtschaft. Sie hat sie also bewußt in ihr System eingebaut. Wenn sie allerdings erwartete, trotz die­ser der Leistungssteigerung hinderlichen Methode, dieselben Leistungen von den Häftlingen zu sehen wie die Justiz von ihren Sträflingen, so beweist dies einen ziemlich hohen Grad von Naivität oder Raffiniertheit.

27. Januar 1945.

Des letzten deutschen Kaisers Geburtstag. Wie wenige werden dran denken Sic transit mundi gloria! Und doch

auch hier schlagen einige Herzen in Dankbarkeit und gedenken der Zeit, da Deutschland noch eine Führung hatte, die sich vor Christus beugte. Weil er Christ war, hatte Wil­ helm II. den Mut der Demut, sich seine Niederlage einzu­gestehen und abzutreten. Warum nur die Unsrigen sich wei­gern, die Entscheidung der Waffen anzuerkennen, die sie doch angerufen haben? Nur deswegen, weil sie gegen sie ausgefallen ist? Es fehlt ihnen der Mut zur Demut, welche die Wirklichkeit sieht, wie sie ist; und die uns als Gabe des Christus geschenkt worden ist.

*) Soweit das Verfahren der Justizverwaltung, welche nichts mit den KZ zu tun hatte.