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NEUJAHR 1945 UND WAS NACHHER KAM
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beschreibliche Wohltat, ohne welche ihr Los nur schwer zu ertragen wäre.
Sepp, der Kantinencapo, hat mir berichtet, daß der Kommandant an Silvester ein Bankett veranstaltet habe, an dem die SS - Führer teilnahmen. Nicht weniger als 10 Gänge hat es gegeben, der Champagner floß in Strömen, die Pfropfen flogen zur Decke. Nun, ist dieser Stil nicht der Umgebung recht angemessen, und kann man es diesen sogenannten Führern verargen, wenn sie jede Gelegenheit benützen, um sich für ihren schweren Dienst an Essen und Trinken ein wenig schadlos zu halten und angesichts einer dunklen Zukunft zum gegenwärtigen Augenblick zu sprechen: ,, Verweile doch, du bist zu schön!"
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11. Januar 1945.
Nun hat er doch nachgeben müssen, der alte, behäbige Häftlingschrank in der Buchhaltung. Sind nicht seit Wochen unterirdische Machtkämpfe um ihn ausgefochten worden zwischen dem neuen Herrn der Buchhaltung, dem Ubermenschen, und den Häftlingen? Der Übermensch hatte bald nach seinem Amtsantritt keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Düfte, die dem Kasten entströmten, und die im Zusammenhang standen mit dem Frühstück und dem Mittagessen der Häftlinge, im Widerspruch stünden zu den Wohlgerüchen, die seine Nase in Paris zu umschmeicheln nicht aufgehört hatten. Die Häftlinge wiederum fanden diese Gerüche sehr labend und konnten nicht genug von ihnen einatmen: stammten sie doch von dem guten Käse, den sie aus Magermilch kunstgerecht zubereiteten, den Puffern, die der Biblizist, solange der Kartoffelvorrat reichte, zum Frühstück buk, und von der Blutwurst, die von Dachau wöchentlich dreimal in Quaderstücken geliefert wurde. Sie übertrugen also etwas von der Vorliebe, die sie für diese Ausdünstungen immer seltener werdender Materie hatten,
Fünf Minuten vor Zwölf 3


