Tische, als ob er sich seit dem Essen nicht bewegt hätte.
„Ich bin nicht schläfrig‘, sagte Rada.„‚Komm, setz dich zu mir.”
„Jetzt? Willst du heute nicht schlafen gehn?”
Sie setzte sich erstaunt an den Tisch und fragte:„Was ist los? Ist etwas vorgefallen?”
Er suchte nach Worten. Er sagte:„Havelka ist verhaftet worden.“
„Du weißt, daß man die Leute meistens grundlos ver- haftet. Aber mit Havelka war das anders. Er ist ein Kämpfer.”
„Was werden sie ihm tun? Er wird hingerichtet wer- den.”
„Das fürchte ich auch.”
„Was für eine Welt ist das, in der wir leben müssen! Wie die Tiere leben wir, die jeden Augenblick auf den Schlachthof gebracht werden können. Ärger als die Tiere. Die Tiere wissen wenigstens nicht, was ihnen be- vorsteht.”
Rada hörte ihr reglos zu und schwieg.
„Geh schlafen“,'sagte Marie.„Du kannst ihm nicht helfen. Es nützt ihm nichts, daß wir hier sitzen und nicht schlafen.”
Rada legte die rechte Hand auf Maries Rechte, die auf dem Tisch ruhte, und sagte:„‚Marie, es geht nicht so weiter, Ich kann nicht länger untätig zusehn, wie andre für uns kämpfen und ihr Leben riskieren. Ich muß meine Pflicht erfüllen.”
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