liche Theologe, wird nicht müde zu betonen: ,, Der Mensch kann von Gott mehr erkennen, was er nicht ist, als was er ist." Es ist dem Menschen unmöglich, Gott göttlich, also total zu erfassen; er kann Gott nur menschlich erfassen, also unvollkommen. Aber das gilt auch von allem anderen, was der Mensch erkennend oder erfahrend erfaßt. Das ,, Ding an sich " bleibt dem Menschen immer verschlossen. Immer bleibt bei allem Sach- Erkennen ein Rest des Nichterkannten und Nichterkennbaren. Kein Ding der Welt wird vom Menschen, so sehr er es auch erforscht, ganz und bis in seine letzte Wirklichkeit hinein erkannt. Es folgt aber daraus nicht, daß das, was der Mensch von einem Ding erkennt, nicht wirklich am Ding sei. Der Mensch erkennt zwar die Wirklichkeit des Dinges, nur nicht ganz und nicht vollkommen. Das gilt im erhöhten Sinn von der höchsten Wirklichkeit, wenn sie existiert, nämlich von Gott .
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4. Selbst wenn sich uns Gott, wie wir Christen lehren, offenbaren sollte und zu uns von sich selbst sprechen sollte, muß er menschliche Begriffe und Bilder und Gefühle benützen, weil wir sonst Gott gar nicht erfassen könnten. Diese menschlichen Begriffe, Bilder, Vorstellungen und Worte können freilich die Wirklichkeit Gottes nicht voll wiedergeben; aber damit ist nicht gesagt, daß das, was sie von Gott aussagen, unwirklich sei. Natürlich ist die Idee von Gott nicht Gott selber, aber sie faßt etwas von Gott in sich: sie strahlt die Wirklichkeit Gottes wirklich wider. Gott ist dann also nicht eine menschliche Fiktion, sondern eine auf menschliche Art erfaßte Wirklichkeit. So wie alles, was der Mensch erkennt. Daraus folgt also nicht, daß man die Wirklichkeit Gottes leugnen müsse, sondern nur, daß man das, was man von Gott erkennt und aussagt, mit höchster Bescheidenheit aussagen muß. Daß man sich bewußt
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