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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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IHR DIENET DEM HERRN CHRISTUS!

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Morgenandacht am 3. Mai 1945

Kolosser 3, 18-25

Trachtet nach dem, was droben ist!", so hatte unser Ka­pitel begonnen. Indem unsere Blicke auf den zur Rechten Gottes erhöhten Heiland gelenkt werden, wird unser ge­samtes Leben neu ausgerichtet. Der Christ verliert sich nicht in unfruchtbaren Spekulationen über das Jenseits. Sein Glaube verwirklicht sich in eindrucksvoller Weise bei der Gestaltung seines zeitlichen persönlichen Lebens. Es kommt zum Ablegen des alten und zum Anziehen des neuen Men­schen, der nach dem Vorbild Christi gestaltet ist. Und diese Neugestaltung erstreckt sich bis in die kleinsten Dinge des häuslichen Alltagslebens. Einer unserer frommen Schwaben­väter hat es in seiner originellen Art so ausgedrückt: Wenn der Hausherr sich bekehrt, so spürt es auch das Kätzchen hinterm Ofen.

Unseren heutigen Abschnitt kann man mit Recht eine christliche Haustafel nennen. An Männer und Weiber, Väter und Kinder, Herren und Knechte wendet sich der Apostel. Wie in einem Spiegel erblicken wir unsere christlichen Fami­lienpflichten. Zunächst wendet sich der Apostel an die Frauen: ,, Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sichs gebührt."( V. 18.) Gewiß hatte Paulus hier an christlich- heidnische Mischehen gedacht. Aber seine Worte behalten auch für unsere veränderten Verhältnisse ihre hohe Bedeutung. Es kann sein, daß in einer Ehe der Gottesfunke des Glaubens zuerst im Herzen der Ehefrau erwacht. Natür­lich ist sie nun bestrebt, ihren Mann der Gleichgültigkeit in religiösen Dingen zu entreißen, ihm die Herrlichkeit Jesu Christi nahezubringen und ihn auf den Heilsweg zu führen.

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