Druckschrift 
Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen

elfahrts­

Jünger:

nde der bellesung gen sein.

wichtig so viele

oft sich

gedenke Buchen­

im Ge­hwersten so, denn

anderen enlernen. rger, da

everant­

eimkehr

Lippen

würdig werden

Was bei weiteres größtes

ngelium

als das Sinne.

ng sein,

zu ver­en wir

ntlichen

Leben zu beseitigen. Wir sollen und müssen einem Sauerteig gleich sein, und, noch so gering an Zahl, durch unseren Geist die ganze Gesellschaft durchdringen. Mit einem Worte: Zeugen durch den Lebenswandel sein.

Zeugen auch durch Standhaftigkeit im Leiden( 1, 28-30). Wer eine längere Haft hinter sich hat und noch die schlimm­sten Zeiten miterlebte, weiß, was es für ihn bedeutete, so einen tapferen Kameraden neben sich gehabt zu haben. Viel leichter schien einem das eigene Kreuz, viel freudiger trug man sein Los. Vielleicht durfte auch mancher von uns den anderen so zur Quelle des Trostes und neuen Mutes werden. Jedenfalls ist es unsere Pflicht für die Zukunft! Wer weiß, was uns noch bevorsteht! Bleiben wir uns treu! Nach alle­dem was hinter uns liegt, nach all den Beweisen göttlicher Liebe, Fürsorge und Gnade, die uns in den Jahren unserer Läuterung in den Kerkern und Konzentrationslagern zuteil wurden, können wir nicht mehr anders, als Zeugen Christi zu sein und zu bleiben, es geschehe, was immer Gott der Herr in seinem unerforschlichen Rat beschlossen hat. ,, Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet..."

Alles in Demut tun, als Diener unserer Brüder. Der Mensch möchte lieber herrschen und befehlen. Wohin es führt, hat uns dieser Krieg gelehrt. Um so wichtiger ist die apostolische Ermahnung: ,, Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre; sondern durch Demut achte einer den anderen höher denn sich selbst..."( 2, 3 f). Darin liegt die Größe der Jünger Christi, daß sie Diener der anderen sind. Hier haben wir einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der evange­lischen und römisch- katholischen Haltung. Wir sind nicht und wollen es nicht sein Vermittler zwischen Gott und Mensch, Repräsentanten des Allmächtigen, seine Ver­

-

-

123