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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Als treue Zeugen Christi. Morgen ist das Himmelfahrts­fest. Hören wir auf das Gebot des Herrn an seine Jünger: ,, Ihr werdet meine Zeugen sein... bis an das. Ende der Erde"( Apg. 1, 8). Das hebt auch unsere heutige Bibellesung hervor: Ihr werdet, ihr sollt, ihr müßt meine Zeugen sein. Zeugen durch das Bekenntnis der Lippen: Wie wichtig ist es gerade nach diesem schrecklichen Kriege, wo so viele irre gegangen sind, ihren Gott verloren haben, ja oft sich dem Evangelium feindselig entgegenstellten. Ich gedenke dabei zum Beispiel des Konzentrationslagers in Buchen­ wald . Dort hatten wir keine Vorrechte wie hier, im Ge­genteil! Als Geistliche mußten wir bei den schwersten Arbeiten beschäftigt werden. Und es war gut so, denn wir kamen in die nächste Berührung mit den anderen Gefangenen und konnten ihre Gesinnung kennenlernen. Da war das richtige Arbeitsfeld für den Seelsorger, da konnten wir uns eine Vorstellung davon machen, wie verant­wortungsvoll unsere Aufgabe einmal nach der Heimkehr sein wird, Zeugen durch das Bekenntnis der Lippen zu sein.

Zeugen durch den Lebenswandel: ,, Wandelt nur würdig dem Evangelium Christi..."( 1, 27; 2, 1-2). O wie werden wir von allen Seiten beobachtet und kritisiert! Was bei jedem anderen für selbstverständlich gilt und ohne weiteres entschuldigt wird, das wird bei einem Geistlichen als größtes Vergehen empfunden. Deshalb stets würdig dem Evangelium Christi wandeln! Oft wirkt das Beispiel stärker als das sorgfältigst gewählte Wort im guten wie im bösen Sinne. Wir sollen und müssen das Licht unserer Umgebung sein, die Finsternis des Unglaubens und Aberglaubens zu ver­treiben. Wir sollen und müssen Salz allen, unter denen wir leben, sein, um die Fäulnis im privaten sowie öffentlichen

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