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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Was geschah eigentlich am ersten Tag? Alle Feinde Got­tes haben sich empört und versammelt wider den Herrn und seinen Christus: Herodes und Pilatus mit den Heiden und dem Volke Israel. Alle Feinde Gottes: Sünde, Teufel und Tod, haben sich zusammengeschlossen, den Herrn Christus zu besiegen. Aber am dritten Tag geht in Er­füllung das andere Psalmwort:

,, DER IM HIMMEL WOHNET, LACHT!" Ostermorgen. Morgen des Lachens! Gottes Lachen über seine Feinde, Gottes Lachen über unsere grauenhafte Welt, Gottes Lachen über Tod und Todesschrecken, aber auch Gottes Lachen über Maria Magdalena , die draußen steht und weint.

Hört sie es nicht, sieht sie es nicht?

,, Sie guckte in das Grab und sah die Engel." Hat sie die Engel wirklich gesehen? Nein: sie sieht ja nur den Tod. Liebe ist blind, sagen wir. Diese weinende Maria ist tatsäch­lich blind. Sie sieht sich selbst in ihrem Elend und Tod, sie sieht das leere Grab und sonst nichts. Und doch ist Gottes Lachen da. Die Engel sitzen im Grabe als Zeugen des Sieges Jesu Christi . Das Grab ist nicht leer, sondern erfüllt von Gottes Herrlichkeit. Hier ist nicht der Tod Herr, hier waltet die starke Freude Gottes. Aber Mária sieht nicht, wie die frohe Botschaft Gottes ihr entgegeneilt aus dem Grabe, wie hell es ist im Reich des Todes, wie Gottes Lachen ihr ent­gegenklingt in der Frage: ,, Weib, was weinest du?". Maria ist taub und blind. Sie hört allein das Klopfen ihres Her­zens: ,, Zu spät, zu spät!" Sie sieht allein die Trostlosigkeit des verlorenen Tages. ,, Sie haben meinen Herrn weggenom­men, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben." ,, Meinen Herrn", sagt sie. Mit beiden Händen, mit ihrer ganzen Existenz klammert sie sich fest an ihren Herrn. Mit

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