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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Ja, es ist schon so, und die Entscheidung, welche Herodes trifft, die Art, wie er Jesus behandelt, macht das sehr deut­lich: Jesus ist entweder Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, Christus, der König, der Heiland der Welt, oder aber er ist ein Narr! Also ein Narr! Und Herodes hält Jesum zum Narren: ein Gaudi für ihn und den ganzen Hof­staat! Und dann sendet er ihn wieder zu Pilatus zurück. Auch Herodes wird mit Jesus nicht fertig, damit, daß er ihn nicht ernst nimmt, nicht fertig mit ihm.

Beide, Pilatus wie Herodes , glaubten mit Jesus fertig zu sein, indem sie ihn abschoben, der eine zu dem andern. Und konnten doch nicht fertig werden mit ihm. So ist es auch heute unter den Menschen der Welt: die einen wünschen dem Herrn Christus mit Sachlichkeit, mit Objektivität, auf wohl­gemessene Entfernung zu begegnen und mit nüchterner Ge­rechtigkeit ihn zu fragen, wer er sei, ihn zu verhören, zu beurteilen, ihn ernst zu nehmen als Gegenstand einer reli­giösen Untersuchung, um im günstigen Falle zu dem Ergeb­nis zu kommen, daß man es mit Jesus als mit einem reli­giösen Phänomen zu tun habe, dem man gerechterweise eine gewaltige Tiefenwirkung auf seine Zeit nicht absprechen könne: ,, Sehet, welch ein Mensch!" Und die anderen belie­ben, ihn überhaupt nicht ernst zu nehmen, sondern ihn zu halten für einen, der sich auf eine unerhörte Weise über­schätzt habe, indem er sich für einen Sohn Gottes hielt, und der darüber zum Narren wurde, und auf den die bürgerliche Gesellschaft gesund reagierte, indem sie sich seiner ent­ledigte, und an dem die Welt zwei Jahrtausende lang ge­krankt hat, bis sie ihn nun bald überwunden haben, nun bald mit ihm fertig geworden sein wird.

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