(0S- ste
ge-
rie- jer- sen- fal- aınt hau 5ol- che;
jst-
dem Unterkunftsorte der gefangenen Geistlichen, wurde im Freien ein großer Maialtar aufgebaut. An der abendlichen Maiandacht konnten jetzt zum erstenmal alle Gefangenen teilnehmen, nicht nur die Priester. Jede Nation sang ein Marienlied in ihrer Sprache. In der Kapelle fanden jetzt von morgens bis abends hl. Messen statt, an der die Laien in großer Zahl teilnahmen. Die Freude darüber läßt sich kaum beschreiben.
Wenn ich all das Schwere, das ich selbst und meine Mit- brüder in den letzten Jahren in Dachau erleben und erdul- den mußten, nochmals an meinem geistigen Auge vorüber- ziehen lasse, so kann mein Herz nur von einem Gedanken erfüllt sein: Von dem Gefühl des innigen Dankes gegen Gott ! Gott hat so oft seine Hand über uns gehalten, hat uns so oft im letzten Augenblick vor einem gewaltsamen Tode bewahrt, daß unser künftiger Lebensinhalt nur noch heißen darf:„Misericordias Domini in Aeternum cantabo, die Barmherzigkeit Gottes will ich preisen eine ganze Ewig- keit lang.“ Dank auch der Mutter Gottes, unserer Lieben Frau von Dachau , die uns so oft Hilfe und Trost brachte in schlimmster Not! Dank dem hl. Josef, der auch unser Nährvater war! Und Dank dem guten katholischen Volk, vor allem den guten Leuten von Dachau und Umgegend, das uns nicht vergessen hat, als wir im Lande der Verban- nung weilten, das in den letzten drei Jahren trotz eigener Not uns immer wieder Lebensmittel schickte und uns so vor dem Hungertode bewahrte und für uns betete Tag für Tag!— Nun habe ich eine Bitte an euch! Und diese Bitte haben alle Dachauer Geistlichen: Betet für eure Priester auch in Zukunft! Viele Priester sind in Dachau , Buchen- wald und Sachsenhausen, Auschwitz und Lublin gestorben
13


