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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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der SS aus dem Lager geflüchtet. Das gesamte Privateigen­tum der Gefangenen: unser Geld, unsere Wertsachen und unsere Privatkleidung, soweit sie noch vorhanden war, hat die flüchtende SS mitgenommen. Am Sonntag, den 29. April, wehte am Lagertor die weiße Fahne, und alle noch im Lager verbliebenen Gefangenen waren über die baldige Befreiung hoch erfreut. Die Lagerleitung aber hatte es anders beschlos­sen. Wie der einige Tage später gefangen genommene erste Rapportführer des Lagers nach seiner Gefangennahme ge­stand, war befohlen worden, alle noch im Lager befind­lichen Gefangenen am Sonntag abend zu ermorden. Die Gesunden sollten um 9 Uhr abends ahnungslos auf dem Appellplatz antreten und durch die in den nahen Wäldern versteckt liegenden Wikingverbände zusammengeschossen, die Kranken im Revier durch Flammenwerfer getötet wer­den. Da schickte uns Gott bereits um halb 6 Uhr abends zwei Kompanien Amerikaner als unsere Befreier, und der ruch­lose Plan konnte nicht mehr ausgeführt werden. In der darauffolgenden Nacht versuchten zwei SS- Divisionen, das Lager zurückzuerobern und die Gefangenen doch noch um­zubringen. Aber da die SS keine Artillerie mit sich führte, konnte sie auch diesen Plan nicht durchführen. Am Montag, den 30. April, dem ersten Tage der Befreiung, wurde auf dem Appellplatz, der so viele Greuel gesehen hat, ein rie­siger Altar aufgebaut, an dem dann am 1. Mai ein feier­licher Dankgottesdienst für die Befreiung und für die Been­digung des Krieges, am 2. Mai ein Seelenamt für die gefal­lenen amerikanischen Soldaten und am 3. Mai ein Seelenamt für die ermordeten und verstobenen Gefangenen von Dachau gehalten wurde. Das Seelenamt für die amerikanischen Sol­daten wurde gehalten durch amerikanische Militärgeistliche; die anderen Gottesdienste durch gefangen gewesene Geist­

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