Druckschrift 
Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen

mur

für

enn

nen

von

da­

von

105.

wir

ttes­

nitt­

den

Zele­

Onnte Ich

mein

muß­

Mes­

tzten

d die

atten,

Docht

e Er­

icken.

Har­estört.

nd des

re vor­

e ganz fran­

Jahre

lungenkrank im Revier des Lagers lag, zum Priester weihte. Eine andere große Freude bereitete uns die auf Umwegen zugekommene Nachricht, daß der hl. Vater uns Priestern von Dachau jeden Morgen den hl. Segen gebe. Wir selbst gaben jeden Abend beim gemeinschaftlichen Abendgebet den Segen uns gegenseitig, unseren Gemeinden, unseren Wohl­tätern, unseren Angehörigen und Freunden und auch un­seren Feinden...

Am 26. April dieses Jahres kam für das Lager Dachau . eine bestürzende Nachricht: Alle Gefangenen haben sofort marschbereit anzutreten; das Lager wird evakuiert. In Wirklichkeit lautete der Geheimbefehl Himmlers , daß kein Gefangener aus Dachau lebend in die Hände der Amerika­ner fallen dürfe, oder mit anderen Worten, daß alle an­wesenden 32 000 Gefangenen noch vor Ankunft der Ameri­kaner ermordet werden sollten. Das war den Gefangenen natürlich nicht bekannt. Fast 10 000 Gefangene marschierten in der Nacht zwischen 10 und 12 Uhr mit unbekanntem Ziele aus dem Tore heraus. Von diesen wurden mehrere tausend in einen Steinbruch geführt und erschossen; andere erlagen den Strapazen, ein kleiner Teil konnte flüchten. In diesem Zuge befanden sich auch III deutsche Geistliche, von denen in den ersten Tagen etwa 45 sicher gerettet wur­den, 66 wurden vorerst noch vermißt. Von den geretteten Geistlichen hat Jesuitenpater Pies aus Pullach bei München allein 35 gerettet. Er folgte mit einem Wehrmachtskraft­wagen dem Todeszuge und holte in zwei Nächten unter Lebensgefahr 35 Geistliche heraus. Stadtpfarrer Dr. Muhler aus München - St. Andreas wurde durch Volkssturmmänner aus den Händen der SS befreit. Ich selbst befand mich unter den Glücklichen, die noch einige Tage im Lager blei­ben sollten. Am Samstag, den 28. April, war der größte Teil

I I