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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Predigt, gehalten in der Pfarrkirche von Maisach am 21. Mai 1945

Andächtige Christen! Euer hochwürdiger Herr Geistlicher

Rat hat mich gebeten, euch etwas von meinen Erlebnissen in Dachau zu erzählen, und ich bin gern bereit, das zu tun. Ich.bin Priester der Erzdiözese Paderborn und war seit Januar 1938, also mehr als 71/a Jahre, Gefangener der Ge- stapo, davon die letzten 4 Jahre in Dachau . Von den Grau- samkeiten, die in den letzten 12 Jahren in Dachau geschehen sind, brauche ich an dieser heiligen Stätte nicht viel erwäh- nen; das ist jetzt im Rundfunk besser und ausführlicher geschehen, als ich es könnte. Ich habe mich davon überzeugt, daß die Rundfunkberichte buchstäblich wahr sind und nicht übertrieben haben. Als Priester möchte ich euch in erster Linie erzählen von der religiösen Lage im Konzentrations- lager Dachau . In Dachau befanden sich schon bald nach 1933 Tausende von Inhaftierten, zuletzt im Jahre 1945 30000 bis 40000 Menschen aus allen Nationen und Re- ligionen Europas . Von 1933 bis 1937 durften im Lager Dachau vereinzelt Gottesdienste gehalten und Sakramente gespendet werden. Von 1937.bis 1941 gab es in Dachau überhaupt keine religiöse Betreuung. Im März 1941 wurde für die dort befindlichen Geistlichen in einem Barackenraum eine einfache Kapelle eingerichtet. An den Gottesdiensten in dieser Kapelle durften zunächst alle anwesenden Geist- lichen teilnehmen. Den polnischen Geistlichen wurde jedoch schon bald darauf die Teilnahme am Gottesdienst verboten. (Die polnischen Geistlichen haben dann heimlich auf ihren

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