Druckschrift 
Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
  

melfahrtsbude". Viel besprochen wurde im Lager folgender Vorfall: Ein Häftling lag im Revier im Sterben, und ein junger SS - Arzt er­kundigte sich mit höhnischem Grinsen bei dem Sterbenden, ob er noch einen Wunsch habe. ,, Ja, ich hab noch einen großen Wunsch! Der Lagerkommandant mag mich...", sprach der Sterbende und zitierte die klassischen Worte aus dem Götz. Nach diesen Worten starb er und entfloh damit der Rache seiner Peiniger.

VII.

Die Fenster der Lagerkommandantenvilla waren hell erleuchtet. Vor dem Eingangsportal stand heute ein Doppelposten in schwarzer Paradeuniform. Die weißbeschuhten Hände brachten alle Augenblicke das Gewehr in Präsentierstellung, denn in der Villa wurde ein Fest gegeben, zu dem die Offiziere der Standarte geladen waren. Der Lager­kommandant war ein geselliger Mensch und darauf bedacht, um sich stets einen Kreis froher Zecher zu sehen. Das Leben in KA- EL- BU war auch langweilig genug, und Kommandant eines KZ zu sein, war auch nicht das Angenehmste, was der erhabene Führer in Berlin zu ver­geben hatte.

In der Provinzstadt sich zu amüsieren, lag nicht in des Komman­danten Art, denn dort wurde man zu stark beobachtet, und so machte er seine Villa zu einem Braunen Hause. Diese Villa war ein Bau im Schweizer Stil und hatte ihn keinen Pfennig gekostet. Das Material lieferte das Lager, und die Arbeiten führten die Gefangenen aus. Vom Architekten bis zum simplen Steinträger war ja alles unter den Häft­lingen vertreten. Die Inneneinrichtung kostete allein achtzigtausend Mark. Aber was sind achtzigtausend Mark, wenn es sich um die Villa des Herrn Kommandanten handelt? Er, der am 9. November in Mün­ chen dabei war, konnte noch ganz andere Ansprüche stellen. Das nannte man Karrieremachen! Vom Schmiedegesellen und königlich bayerischen Sergeanten zum Führer eines SS- Regiments und Gebieter über viele Staatsfeinde, das war ein langer und oft nicht gerader Weg. Und diese Menschen, die da einen Steinwurf von seiner Villa entfernt hinter

26

Stacheldraht wer wollte ih

Wer wollte se am Lagergalg

hier war er Gott von KA waren ihm n das Kasino waren.

Es war e üblichen mon

niemals bis z

nach KA- EL­solchen Tage

ihn der schw

er ihn vielle das zu sehen eine Stadt d so befohlen

Nur was er er, der Chef Kindern spie

es der höchst keit geworde dem Luxusho Das weiß e

Lagerhäftling

Von der

Besuche, die

vermißte die

seinem Lehm für einen Sa konnte desh trinkfesten