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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
Entstehung
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trotz aller Vorsicht eine Kontrollstreife der SS, so machte der Capo eine stramme Meldung, daß das Kommando hier auf mehrere Häft­Ainge warte, die von einem Hilfscapo zur Latrine zum Austreten ge­führt worden seien. Dieser Schwindel war einfach und fast immer er­folgreich. Nach der mörderischen 10stündigen Tagesarbeit plus 4 nor­malen Appellstunden hatte von uns keiner Lust, etwas zu tun.

Ich arbeitete fast immer mit einem ehemaligen kommunistischen Landtagsabgeordneten aus Oppeln und einem Vertreter der früheren christlichen Gewerkschaften aus Westfalen. Der Kommunist war gleich nach der Machtergreifung Hitlers ins Gefängnis geflogen und hatte bereits ein KZ im Moor kennengelernt. Der Gewerkkschaftler hatte einen wuchtigen Schädel, in dem ein Paar kindlich blickende Augen saßen. Beide hatten den Krieg von 14 bis 18 im Schützengraben er­lebt, und beide haßten alles, was preußisch war und nach Militarismus roch. Trotz der vielen Leidensstationen war der Kommunist Karl voll ungebrochener Kraft, die sich mit einer großen Geistesschärfe und einem nicht geringen Wissen paarte. Der christliche Gewerkschaftler hörte auf den Namen Georg, und wir waren ein unzertrennliches Kleeblatt. Ich bildete die Brücke zwischen der sanften Natur Georgs und dem messerscharfen, aggressiven Wesen Karls.

,, KA- EL- BU", so pflegte Karl seine Attacken einzuleiten ,,, ist der beste Beweis für die Verlogenheit der kapitalistischen Gesellschafts­ordnung. Ohne kapitalistische Geldhyänen wäre der Faschismus nie­mals groß geworden, und ohne Stinnes, Thyssen, Krupp und Kon­sorten gäbe es keine Nazihenker. Ganze zweitausend Jahre hat das Christentum an der Welt herumgedoktert und hat sie nicht besser, sondern eher nur schlechter gemacht. Der nächste Krieg, zu dem die Nazis fieberhaft rüsten, wird ja auch den Blinden sehend machen, mögen wir es noch erleben oder nicht. Und dann wird das Proletariat in der ganzen Welt siegen, und die faschistische Welt wird in sich zusammensinken wie ein stinkender, modernder Grabhügel."

,, Du magst in manchen Dingen nicht unrecht haben", entgegnete Georg ,,, aber dann haben wir wieder die Gewalt und die Diktatur. Ich kämpfe für die Freiheit und lehne die Diktatur des Proletariats

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