Ein schauspielerisches Talent war mir von jeher eigen: Mutterwitz, Entschlossenheit und das unerschütterliche Selbst­vertrauen; die feste Zuversicht auf ein baldiges Ende der Ty­rannenherrschaft haben mich die furchtbaren Jahre des KZ­Daseins überwinden helfen und nicht zu vergessen: die Ka­meradschaft der politischen Freunde und Leidensgefährten stärkte das Vertrauen und die Hoffnung auf das unbedingte Finis, wie Stauffacher es in ,, Wilhelm Tell" zuversichtlich kündet: Eine Grenze hat Tyrannenmacht!

Vier Jahre sind verstrichen, seit die Kanonen schweigen. Die Menschen neigen sehr leicht zum Vergessen alles dessen, was sie an furchtbaren Ereignissen über sich ergehen lassen mußten. Sie drängen danach, sich von dem Gestern schnell zu distanzieren, weil sich heute alles viel leichter und zuversicht­licher betrachten läßt. Dennoch bin ich argwöhnisch, weil sich in der Zeit der Umformung Konturen neuer Tyrannen abzeichnen. Ludwig Börne schrieb schon 1830 in seinem Tagebuch: Ty­rannen sind in unseren Tagen die gefährlichsten Freiheits­prediger. Soll er heute wieder Recht bekommen?

Wir haben des Leides genug erfahren. Setzen wir alles daran, soweit es in unseren Kräften steht, das abzuwenden und fernzuhalten, was die zwölf Jahre des Hitler - Regimes an Schrecken brachten. Die wir in den Konzentrationslägern den Kelch der Bitternisse bis zur Neige leeren mußten, wünschen selbst unseren ärgsten Feinden nicht das Entsetzliche unseres Erlebens in der Hölle der Nazityrannen. Wohl sieht sich das Erlebte und Erlittene gemilderter an, wenn man es rückblickend überschaut, so daß ich Fritz Reuter zustimmen kann, wenn er über seine ,, Festungstid" urteilt:

Söb'n Johr, datt is' ne lange Tid,

Wenn man se sick vun vörn besüht; Söb'n Johr, datt is' ne korte Spann, Sühst Du se Di vun achtern an.

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