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Von der Ergreifung Alfred Rosenbergs war schon in einem Vorkapitel die Rede. Daß der ehemalige Kommandant des KZ Auschwitz , Höss getarnt als harmloser Bauernknecht im Dorte Gottrupel bei Flensburg aufgespürt und von der Militär- Polizei festgenommen werden konnte, war im Grunde genommen einem Zufall zuzuschreiben. Nicht weniger als vier Millionen Gasmorde gab dieser SS-Verbrecher nach und nach zu. Bei der ersten Vernehmung konnte er sich nur auf etwa zweieinhalb Millionen entsinnen. Unter dem Namen Lang hatte er durch das Arbeitsamt beim Bauern P. Hansen in Gottrupel Arbeit erhalten. Nicht einen Augenblick hatte Höss die Arbeitsstelle verlassen, immer aus Furcht, anderweitig Bekannten zu be- gegnen.

Auch der ehemalige Kommandant des KZ Sachsenhausen, Kaindl, trieb sich in der Uniform eines Forstaufsehers unter dem Namen Tiemann in der Gegend herum, bis er gefaßt wurde; er mußte mir zugeben, dab er Kaindl sei, als ich ikm sagte, daß ich sehr häufig als Dolmetscher zu ihm gerufen worden sei und ihn daher bestimmt wieder erkenne.

In dem Kurort Wassersleben, unmittelbar an der Grenze, hielt sich der englische Goebbels-Rundfunk-Propagandist Wil- liam Joy, bekannt unter dem Namen Haw-Haw, verborgen. Bevor er nach Dänemark hinüberwechselte, konnte die Militär-Polizei ihn fassen und nach England expedieren, wo er zum Tode verurteilt wurde. Im Tower ist er durch den Strang hingerichtet worden.

Schon in mehreren Vorkapiteln hatte ich mich mit dem ehemaligen Reichsbevollmächtigten in Dänemark , Dr. Best, be- schäftigt. Bevor ich dieses Kapitel abschließe, möchte ich re- kapitulierend und ergänzend noch einiges über die Person und Tätigkeit dieses Mannes sagen, was der Öffentlichkeit nicht vor- enthalten werden soll. Wie ich bereits ausführte, stammte meine Bekanntschaft mit Dr. Best aus dem Jahre 1939, wo ich im Deutschen Konsulat in Reykjavik (Island ) mit ihm zusammentraf. Dann trennten sich unsere Wege. Ich wanderte ins Konzentrationslager und hörte auch nichts weiter von Dr. Best, bis ich im Juni 1948 durch die dänische Presse auf einen Prozeß in Apenrade aufmerksam wurde, in welchem der Name Dr. Best mein Interesse erregte.

Bald darauf begann in Kopenhagen der sogenannte Kleine Nürnberg -Prozeß gegen vier deutsche Kriegsverbrecher: den ehe- maligen Reichsbevollmächtigten in Dänemark , Dr. Best, den Polizeigeneral Pancke, den früheren Sicherheitspolizeichef in Kopenhagen , Dr. Bovensiepen und General von Hanneken. Dem zuständigen Polizeimeister in Apenrade gab ich zu Protokoll, was mir über die Tätigkeit des Dr. Best in Island bekannt war. Wie allen verantwortlichen Nazigrößen ging es auch Dr. Best: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts! In Erinnerung war ihm nur, daß er zuerst im Jahre 1943 nach Dänemark gekommen sei, um dem dänischen Volk Gutes zu tun.

Durch meine bereits vorher protokollierte Aussage stand fest, daß Dr. Best irrte. Seine Reise nach Island 1939 hatte_ er mit derDronning Alexandrine von Kopenhagen angetreten.

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