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Panzerspähwagen vor dem Kieler Rathaus ein, wo die kampl- lose Übergabe der Stadt erfolgte.
Die Flensburger Gestapo hatte das Polizeipräsidium geräumt und war mit einigen Wagen voll Akten die Friesische Straße bis zur Boreasmühle hinausgefahren, wo vor allem die sie belastenden Akten der ‚‚Politischen “ verbrannt wurden. In den von der Flensburger Gestapo verlassenen Räumen des Polizei- präsidiums machte sich die ‚getürmte“ Berliner Gestapo breit und plünderte alles gründlich aus. Nicht eine Schreibmaschine ließen sie bei ihrem Abzug zurück.
Nicht nur die Gestapo hatte Himmler mitgebracht, nein, er rettete auch noch das Reichskriegsgericht nach Flensburg und quartierte es in die Volksschule(Jugendherberge, Apen - rader Straße) ein. Auf dem Hofe der Reichspost repräsentierte ein Nachriehtenwagen den„Reichsender Flensburg“, obwohl der Flensburger Sender auf Jürgensby noch in Gebrauch war.
Diesen Nachrichtenwagen hatte Himmler vorsorglich für sich reserviert, weil er mit Recht vermuten durfte, daß der offizielle Reichssender Flensburg auf Jürgensby von Dönitz in Benutzung genommen würde.
Auf eine Kraftprobe konnte es der„Reichs-Heinrich“ nicht ankommen lassen, weil er keinen einzigen Gestapomann noch SS -Leute zur Verfügung hatte; Dönitz konnte den einst so gewaltigen Reichsführer-SS kurzerhand verhaften lassen. Mit dieser Möglichkeit rechnend, mied Himmler auch die Nähe des Kommandogebäudes in Mürwik.
Am 5. Mai 1945 ordnete Himmler eine Dienstbesprechung im Polizeipräsidium an, in welcher er ein„U nantastbares Deutschland von Flensburg bis zur Eider“ aus- rief. Zuvor hatte er sich— auf seine eigene Sicherheit bedacht — einen Flensburger Gastwirt engagiert, der ihm alle mög- lichen Schlupfwinkel zeigen mußte. Offensichtlich hatte er zu diesem unanlastbaren Deutschland selbst kein Vertrauen mehr. Mit seinem Mut war es auch nicht weit her; denn als am 3. Mai die Sirenen heulten, flüchtete er in einen Luftschutzkeller eines in der Nähe der Reichsbank gelegenen Wohnhauses, wo er durch sein ratloses Getue, Jammern und Flehen den dort ver- sammelten Bewohnern des Hauses den Beweis lieferte, welch eine erbärmliche Fisur dieser einst so mächtige und gelürchtete Gebieter über Millionen Menschenleben war.
Während der ersten Tage seines Flensburger Aufenthalts zeigte sich. Himmler noch mit voller Kriegsbemalung in den Straßen der Stadt und im„Bahnhofs-Hotel”. Als ihm die Situation zu ungemütlich wurde, verzoz er sich wieder nach dem Grenzort Harrislee , wo er-in der Feuerwehrschule zunächst eine äußerliche Veränderung vornahm— der„Reichs-Heinrich“ verpaßte sich eine Feuerwehr-Uniform, die er dann später gegen einen Zivilanzug auswechselte.
Als Zivilist hielt sich Himmler dann wieder einige Tage in Flensburg auf, wo er im„Schwarzen Walfisch“ sein Stand- quartier aufschlug. Im„Schwarzen Walfisch“ zu Askalon konnte sich ein Gast noch erlauben, drei Tage zu kneipen, bis er steif
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