delte, nein, auch Privatwagen wurden in rauhen Mengen der Zivilbevölkerung weggenommen, selbst die Bauernwagen und waren sie noch so minderwertig man nahm sie den ärmsten Landleuten, um sie im Lager zu Brennholz zu zerschlagen.

Unter den BVern, die gleichfalls mit zum Holen der Wagen beordert waren, fanden sich sofort einigeGeschäftstüchlige, die es fertig ‚brachten, auf dem Transport die wertvollsten Wagen an Zivilisten gegen klingende Münze 200 bis 300 RM und darüber zu ‚verscheuern., Nur einmal wurde ein Fall der Lagerleitung bekannt, weil der Käufer reklamierte, da er sich übervorteilt fühlte und den Wagen beim Lagerführer tauschen wollte. Dieses ist ihmjedoch schlecht bekommen. Er wurde über den Weg der Gestapo selbst als Häftling ins Lager gebracht und konnte sich nunmehr mit seinem BV- Tauschkontrahenten im KZ auseinander setzen.

Innerhalb und zwischen den Baracken war immer Leben und Bewegung; denn der Tauschhandel, welcher immer blühte, brachte es mit sich. Das Geld und noch weniger das Lagergeld hatte keine Kaufkraft. Devise war die Zigarette, selbst wenn es. die schäbigste Machorka war. Für die Zigarette war alles zu haben und für sie wurde alles ‚‚besorgt, selbst solche Dinge, die aus den Lagerbeständen der SS -Kantine, Küche oder Läger auf geheimnisvolle Artrequiriert waren. Das Organisieren aus den Beständen der SS galt keineswegs als Diebstahl, es war lediglich das Wiederbeschaffen desjenigen. Gutes, welches den Häftlingen von der SS gestohlen wurde.

Hingegen wurde der Diebstahl unter den Lagerinsassen durch Selbstjustiz streng geahndet. Es konnte nicht geduldet werden, daß verbrecherische Elemente den hungrigen Kame- raden das Brot und die sonst so kärglich bemessenen Portisnen, mit denen sie ihr Leben fristen sollten, entwendeten und dann damit noch Geschäfte machten. Wer gewissenlos durch Dieb- stahl von Lebensmitteln das Leben seiner Kameraden gefähr- dete, erhielt, wenn Ermahnungen nichts gefruchtet hatten, eine exemplarischeAbreibung, die ihm zumeist für die Folgezeit das Begehen von Kameradschaftsdiebstählen verleidete.

Bei den kriminellen Elementen versagten allerdings sämt- liche Ermahnungen; sie erbrachen Baracken und Spinde und nahmen alles, was für sie zum Tausch von Rauchmaterial wertvoll erschien. Als das Lager sich immer mehr mit Kri- minellen füllte, mußten besondere Sicherheitsmaßnahmen ge- troffen werden, und so blieben selbst während des Appells in jeder Baracke Wachen; auch des Nachts mußte ein besonderer Wachdienst eingerichtet werden. Die Überflutung durch Kri- minelle wurde veranlaßt durch das Leeren der Zuchthäuser, die nunmehr ihre langjährigen und lebenslänglich verurteilten Mörder, Sittenverbrecher, kurz gesagt, den wirklichen Ab- schaum der Menschheit auf die Häftlinge des Lagers losließen.

Zu Tausenden langten die Sicherheitsverwahrten und ihnen leich zu wertende Kriminelle 1942 im KZ an; die Zucht- Kansen: wurden frei gemacht für die in immer größeren Massen

verhafteten Politischen , sowohl aus Deutschland , wie aus den besetzten. Ländern.

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