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es den Häftlingen nicht gelang, einige Stunden Schlaf wegzustehlen, so hatte der Tag vierundzwanzig Arbeitsstunden. Bei bitterster Kälte, bei Sturm und Regen mußten die Mittagsmahlzeiten im Stehen auf dem Appellplatz eingenommen werden und nach spätestens zehn Minuten hatte der Häftling sich wieder zur Arbeit oder für das ,, Stehkommando" bereit zu halten.
Der gegenseitige Besuch in den Baracken war zeitweilig bei Prügelstrafe verboten und irgendwelche Unterhaltungsspiele ebenfalls, ganz zu schweigen von kleinen Veranstaltungen zu Weihnachten, Neujahr, Ostern und Pfingsten.
Pakete von Angehörigen durften nicht empfangen werden. Wurden solche aus Unkenntnis geschickt, so hatte der Häftling kein Recht, darüber nach Hause zu schreiben. Die eingegangenen Pakete stahl die SS und nahm den Inhalt für sich, wie es insbesondere die Polen und Tschechen monatelang teststellten. Auch später- nachdem 1942 Loritz abrückte blieb für die SS- Blockführer das Bestehlen der zugelassenen Häftlingspakete als Gewohnheitsrecht weiter bestehen.
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Wenn Zeit und Witterung es erlaubten, konnten sich die Häftlinge leise unterhalten und ihre Gedanken austauschen; die Politischen machten hiervon besonders Gebrauch, um sich gegenseitig seelisch zu stützen und vor allem, um sich über alles zu verständigen, Warnungen zu geben und dergleichen mehr. Man erzählte sich im Flüsterton so manchen netten Witz, den die Zugänge mit ins Lager gebracht hatten, Witze, die selbstverständlich auf Kosten der Nazis im allgemeinen und auf die als den ,, Drei Koryphäen Hitler , Göring und Goebbels Weisen aus dem Morgenlande"- und den Generalsäufer Ley im besonderen gingen.
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Man erfuhr von diesem und jenem Leidensgefährten, weshalb er ins Lager gekommen war, hörte von seinen Familienverhältnissen und Sorgen um seine Angehörigen zu Hause, denen sie brutal durch die Gestapo entrissen wurden. Ein Kölner namens Backhaus war ins Lager gekommen, weil der als Rivale auftretende Gestapomann ihm die Braut abspenstig machen wollte. Backhaus kam mit verschärftem Schutzhaftbefehl ins Lager und wurde gemäß Anweisung in der SK in einigen Wochen zu Tode geschlagen. Ob die Braut den Gestapomann erhörte, wurde nicht bekannt.
Die von der SS zensierte Post, Briefe und Karten aus der Heimat, war nicht immer erfreulichen Inhalts, denn die Frau, Kinder, Eltern und andere Angehörige schilderten ihre Notlage, die durch die ,, Schutzhaft" ihres Ernährers heraufbeschworen wurde. War der Briefschreiber zu offenherzig mit seinen Auslassungen, so wurden von der SS - Zensur die entsprechenden Stellen herausgeschnitten und dem Empfänger ein völlig zerschnittener Papierfetzen, der häufig nur die Anschrift erkennen ließ, ausgehändigt. Der etwa auf der Rückseite befindliche harmlose Inhalt war vom Zensor gleichfalls zerschnitten worden, so daß überhaupt keine Möglichkeit bestand, dem Absender den Brief zu bestätigen.
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