motoren, Flugzeug- und Automotoren, Lichtmaschinen, Radios usw., alles Dinge, welche in den besetzten Ländern gestohlen waren. Beim Kabelausschlachten waren etwa 3000 Häftlinge tätig. Die Ausbeute war in den Monaten September und Ok­tober 1942 etwa: 112 230 kg Kupfer, 321 320 kg Blei; die übrigen Metallsorten fallen weniger ins Gewicht, jedenfalls sind sie nicht nennenswert. Obwohl im Jahre 1941 das Kommando Speer noch keine Löhne an Häftlinge zahlte, war ein Defizit von 1900 000 RM zu verzeichnen.

Zahllose Privátbetriebe bezogen ihre Arbeitskräfte aus den KZ und zahlten dafür der SS pro Mann und Tag Löhne von 3, bis 8, RM, je nachdem es sich um qualifizierte Arbeiter oder Ungelernte handelte. Erst ab 1942 erhielt ein Teil der Häftlinge Prämienscheine von 50 Pfg. pro Woche bis zu 1,- RM täglich. In ganz besonderen Fällen wurde auch noch darüber gezahlt. Für diese Gutscheine konnten die Häftlinge in der Kantine zusätzlich Waren kaufen, sofern es überhaupt noch etwas zu kaufen gab. Die Scheine wurden auch beim Besuch des Lagerbordells angenommen, wobei zu bemerken ist, daß namentlich die BVer sehr häufig den größten Teil ihrer Gutscheine für die gewährten Minnedienste ausgaben.

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Auch als Filmkomparsen hat man die Häftlinge des Kon­zentrationslagers verdingt. So wurden für den von Goebbels und Hitler protegierten Film ,, Kolberg " wochenlang hunderte von Häftlingen nach Bernau beordert, um an den dort ge­spielten Szenen Kampfhandlungen an der ,, Maikuhle", Ver­mitzu­teidigung Kolbergs durch Überschwemmung usw. wirken. Für die Häftlinge waren diese Filmproben nicht un­angenehm; sie wurden gut behandelt und verpflegt und waren nicht den Miẞhandlungen der SS- Wachtmannschaften ausgesetzt Was Wunder die wie bei allen sonstigen Gelegenheiten. Szenen wurden gefilmt, und da durften die SS - Sadisten als Menschenschinder im Film nicht festgehalten werden.

Wundern konnte man sich nur, daß für die Aufführung des Films ,, Jud Süß " keine Juden aus dem KZ angefordert wurden. Möglicherweise wurden die dafür erforderlichen echten Judentypen anderweitig gestellt. Die KZ- Komparsen für den ,, Kolberg"-Film erhielten keine Extra- Vergütung für ihre Mit­wirkung; die für sie gezahlten Gagen, wenn man es so nennen darf, wurden von der Lagerleitung eingezogen, die sich damit gute Tage und Nächte verschaffte.

Wenn man die Kosten des Unterhalts für Ernährung, Be­kleidung und Unterkunft auf höchstens RM 1,20 pro Mann und Tag veranschlagt, so läßt sich leicht errechnen, welche enormen Beträge die SS aus der Sklavenarbeit der vermieteten Häft­linge herausschlug. Vom KZ Sachsenhausen waren über 5000 Häftlinge bei den Flugzeugwerken Heinckel in einem besonderen Lager tätig; und weil ein großer Teil erstklassige Facharbeiter waren, so mag sich jeder leicht ausrechnen, welche Riesen­summen allein aus diesem Betrieb in die Kassen der SS flossen. Daneben wurden unzählige weitere Privatbetriebe mit billigen KZ- Arbeitskräften versorgt, deren Zahl sich auch noch auf einige Tausende veranschlagen läßt.

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