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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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brechen, Torturen und Massenschlächtereien an Abertausenden Unschuldiger beging. Die Taten des Großinquisitors Torque- mada, der in einem Zeitraum von fünfzehn Jahren 8800 Men- schen lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ, sie verblassen beim Vergleich mit den Millionen unschuldiger Men- schen, die Hitler und seine Mordgesellen zu Tode folterten.

Die von den SS -Henkern angewandten Methoden der Tor- tur, um Geständnisse zu erpressen, die Vielseitigkeit der Mord- taten, welche zur Beseitigung der Opfer angewandt wurden, lassen nicht einmal einen Vergleich zu mit der gewiß nicht sanften Peinlichen Halsgerichtsordnung der ‚Karolina Kaiser Karl V. Von den dort aufgeführten Arten der Tortur oder peinlichen Frage bis zum Register der Todesarten durch Ver- brennen, Vierteilen, lebendiges Begraben, Ertränken, Hängen, Rädern, öffentliche Auspeitschungen fehlt nicht das geringste in der Folter- und Mordfibel der sadistischen SS; sie hat dar- über hinaus noch eine Anzahl weiterer Methoden der Folte- rungen, u. a. die japanische Tortur und sonstige Mordtaten hin- zugefügt, die dem Leser schon das Blut in den Adern erstarren lassen, wenn sie nur angedeutet würden.

Beim Durchsehen der Literatur über den Strafvollzug vom frühesten Mittelalter bis in das neunzehnte Jahrhundert hinein und beim Vergleich mit der Mordtechnik der Nazis, muß man die Feststellung machen, daß die Scharfrichter, Schinder- knechte und Büttel der alten Zeit eigentlich große Stümper oder Waisenkinder in ihrem blutigen Fach waren. Wenn sie einen Menschen zu rädern hatten, so haben sie das Opfer zu- vor unauffällig erdrosselt, um so dem rohen schaulustigen Volks- haufen nur das Zerfetzen eines Toten vorzuführen.

Auf den Kongressen der Scharfrichter auch so etwas hat es schon gegeben wurden Erfahrungen auf dem Gebiete der Torturen und Todesarten ausgetauscht und neue Anregungen gegeben, sich in ihrem ‚unehrlichen Handwerk zu vervoll- kommnen. Sie blieben rückständig auf diesem Gebiet; erst die Kurse auf den Ordensburgen. der Nazis haben hier gründlich Wandel geschaffen. Hier wurden mit Hilfe von Verbrechern der Wissenschaft Methoden ausgeheckt, die zeigten, in welch sadistischer und viehischer Weise die Mitmenschen zu Tode geschunden werden sollten und wurden.

Wenn uns aus der Geschichte übermittelt wird, daß Nero zur Zeit der Christenverfolgungen in Rom die Menschen als lebende Fackeln einer rohen Volksmasse im Capitol vorführte und andere Opfer wiederum den hungernden Raubtieren zum Zerreißen vorwerfen ließ, so hat man sich mit Abscheu von diesen Bestialitäten abgewandt; man hat dieses mit den Worten abgetan, daß die Menschen damals äußerst roh gewesen seien, und daß in unserem humanen Zeitalter derartiges nicht

denkbar wäre, Weit gefehlt, die braunen Sadisten der SS über- igen der nachstehenden

trumpften sie auch hier, wie an ein Beispiele bewiesen werden soll. Zunächst muß man sich mit jener Bestie beschäfligen, auf deren Konto die ausgeklügelten Arten der Tortur zu ver- buchen sind; es war ‚der bereits mehrfach genannte SS -

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