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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
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14. Kapitel

Jeder in Deutschland ist National­sozialist; die paar, welche außerhalb der Partei stehen, sind entweder gei­stesfrank oder Jdioten. Hitler 1938.

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Potemkin redivivus

Unter den Vorbildern, deren sich Hitler bediente, durfte auch der Günstling und Geliebte der Zarin Katharina II. von Rußland nicht fehlen, nämlich der Feldmarschall Fürst Po­temkin, der es verstanden hatte, seine Gebieterin in skrupelloser Weise zu täuschen und ihr Dinge vorzugaukeln, die der Wirk­lichkeit nicht entsprachen. Hitler täuschte nicht nur das deutsche Volk, er belog die ganze Welt, und seine braunen Komplizen als gelehrige Schüler ahmten ihm nach. Auch im Konzentrationslager fand Potemkin, durch die nach ihm be­nannten Kulissen, welche reiche Dörfer in der Krim täuschten, seine Wiederauferstehung.

vor­

Mit peinlichster Genauigkeit wurde darüber gewacht, daß auch nicht das Geringste über die Grausamkeiten, die furcht­baren Zustände im allgemeinen und die Massenmorde über den Stacheldraht der KZs hinausdrang. Jeder Brief, jeder Fetzen Papier , der das Tor passierte, wurde zensiert; und wenn einem Häftling einmal glückte, auf die Liste der Entlassenen zu kommen, so mußte er in der Politischen Abteilung nachstehende Verpflichtung unterschreiben:

es

1. Ich erkläre, daß ich mich nie, weder in Rede noch in Schrift, gegen das jetzige Staatswesen, die NSDAP oder einer ihrer Gliederungen wenden werde.

2. Sobald mir Handlungen bekannt werden, die gegen die NS- Einrichtungen gerichtet sind, werde ich sofort der nächsten Polizeibehörde Mitteilung davon machen.

3. Ich habe mir im K. Lg. weder eine Krankheit zugezogen, noch einen Unfall erlitten.

4. Es ist mir bekannt, daß ich nicht über Einrichtungen des Lagers sprechen darf.

7 Lienau, Zwölf Jahre Nacht

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