einem nahe bevorstehenden Krieg gesprochen habe, der u. a. bedingte, daß für Verwundete und Kranke in Heilanstalten, Pflegeheimen und Krankenhäusern Raum geschaffen werden müßte. Daher habe es sich als zweckmäßig, ja notwendig erwiesen, daß die Insassen dieser Anstalten möglichst schnell und sicher geheilt" werden müßten. Dieses geschehe durch ein neues Verfahren", durch eine Injektion, die 100% wirksam sei, sofern der behandelte Patient dieses ,, aushielt".
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Küchle, der auf seinem Vertrauensposten in Hadamar bei Limburg a, d, Lahn täglich diese neuartige ,, Blitzheilung" verfolgen konnte, bestätigte, daß die Wirkung wirklich 100% ig sei
aber 100% ig tötlich. Man erfuhr weiter von Küchle, daß von Januar 1939 bis zu seiner Festnahme im Herbst 1941 allein in den ihm bekannten Orten Limburg a. d. Lahn ( Hadamar ), Buch, Pirna , Linz a. d. Donau und einigen weiteren Plätzen mehr als 60 000 Menschen eingeliefert und durch Injektion getötet wurden. Allein von Hadamar wollte er wissen, daß dort die Zahl der Toten monatlich bis zu 25 000 betragen habe.
Was die Juden anbetraf, die auch in großen Scharen zusammengetrieben, dort eingeliefert und getötet wurden, so bekundete Küchle, daß es sich um Juden aus der Gegend von Mannheim und Ludwigshafen gehandelt habe, die jedoch nicht wegen Siechtum und dergl, beseitigt wurden, sondern lediglich ihres Vermögens wegen, dessen sich die SS bemächtigte. Es waren Millionenwerte an Juwelen, Möbel, Gemälden, Kleidung usw. und schließlich auch die freigewordenen Wohnungen und Häuser.
Daß ein Mann wie Jakob Küchle mit seinem ,,, Schwätzle" der braunen Nazipest unerträglich wurde, nachdem so einiges von seinem Wissen zu Ohren Außenstehender gedrungen war, bedarf keiner weiteren Worte. Nur einige Tage befand sich Küchle im Wohnblock, wo er tagtäglich auf die ihm ,, versprochene ,, Entlassung" wartete. Eines Tages brachte die SS ihn in die SK und dort haben ihn die SK- Sadisten, vor allem der ,, Eiserne Gustav" derart mißhandelt, daß seine Überführung in den Krankenbau nötig wurde. Hier erhielt er dann am 23. Dezember 1941 gleichfalls eine Injektion, die ihm den erlösenden Tod brachte. Todesursache: Infektion des Großhirns durch äußere Einwirkung.
Wenn der Schreibstube des Krankenbaues der Tod eines Häftlings bekannt gegeben wurde, so erging Meldung an etwa sechs bis sieben Abteilungen im Lager; zuerst an die Politische Abteilung in der Kommandantur, damit dort die pietistisch- frisierten Benachrichtigungen an die Angehörigen gesandt werden konnten. In der mit fünf bis sechs SS - Leuten besetzten Totenabteilung wurde sich durch Telegramme und Beileidsschreiben an die Angehörigen hinsichtlich Lügen, Verstellungen und Heuchlerei geradezu überboten, wie der nachstehende Fall Cordsen beweist.
Cordsen wurde im April 1942 unter der Nr. 41 778 als politischer Häftling vom Gefängnis Neumünster eingeliefert, wo er 18 Monate Strafe verbüßte, weil er den Nazibauern gegenüber geäußert hatte: ,, Hitler ist zum Regieren unfähig!" Der asth
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