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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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daß es sich um das Eigentum österreichischer Juden, meist Wiener, handelte, die inzwischen ,, liquidiert" worden waren. In der Freizeit, d. h. nach dem Abendappell, schlossen sich die Vertrauten der Politischen Abteilung im Vorraum der Desinfek­tion, wo die Koffer lagerten, ein, um unbeobachtet Feststellun­gen zu machen.

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In einem kleinen Koffer fand sich ein Brief des Absenders an einen Familienangehörigen, dem zu entnehmen war, daß der gesamte Transport sich auf dem Wege zu einem Erholungsheim befände und allen Reiseproviant mitzunehmen gestattet war. Es fanden sich auch in einer Anzahl Koffer Stullenpapier und sogar einige Brotreste. In welcher Gaskammer diese Erholungs­reise geendet hatte, ließ sich nicht ermitteln. Die Wahrschein­lichkeit sprach für Linz , als das vielleicht zunächst gelegene Krematorium, während man aus Gründen der Tarnung die Koffer nach Sachsenhausen brachte, weil hier niemand auf den Einfall kommen konnte, daß es sich um die letzten Habselig­keiten der Opfer eines Massenmordes handelte.

Beim Abendappell am 17. 11. 1941 bot sich den Häftlingen der Blocks, welche nahe am Tor standen, ein eigenartiger An­blick. Ein alter uniformierter Polizist, der mindestens sieben bis acht Koffer und sonstige Gepäckstücke mitgebracht hatte, war eingeliefert worden. Nach dem Appell wurde dieser ,, Zu­gang" mit seinem Gepäck in den Bunker gebracht und ein SS­Mann forderte in der Politischen Abteilung für ihn eine Nr., ohne den Namen des ,, Zugangs" zu nennen. Also wurde in der Zugangsliste vermerkt: ZB 40 147. Es war keine Seltenheit, daß Zugänge in den Bunker( Zellenbau) gebracht wurden, ohne daß der Name der Politischen Abteilung bekannt gegeben wurde. Meist handelte es sich um Persönlichkeiten, die schon am fol­genden Tage als ,, unbekannt" im Krematorium geendet und von der Lagerstärke abgesetzt wurden.

Doch in diesem Fall wurde der Unbekannte mit der Nr. 40 147 zur Aufnahme seiner Personalien vorgeführt. Es war der pensionierte Polizeiwachtmeister Jakob Küchle aus Limburg a. d. Lahn , den man unter irgend einem nichtigen Grund hier­her brachte, um ihn unschädlich zu machen. Da der Ein­weisungsgrund auf dem Schutzhaftbefehl doch gar zu faden­scheinig war, so wurde der alte Küchle in freundschaftlicher Weise gesprächig gemacht. Und was man denn so nach und nach erfuhr, konnte allen die Haare zu Berge stehen lassen, wenn sie nicht geschoren gewesen wären. Küchle wurde nach seiner Pensionierung mit einem Vertrauensposten bedacht und zum unbedingten Schweigen verpflichtet, was er jedoch brach, ,, weil er gern a mal ä Schwätzle" machte. Dieses ,, Schwätzle" wurde ihm zum Verhängnis.

Den Erzählungen Küchles war zu entnehmen, daß bereits seit Januar 1939 systematisch mit dem Töten unheilbarer Kran­ker, Geistesgestörter und teilweise auch Juden begonnen wurde, indem man ihnen eine Injektion verabreichte, die innerhalb fünf Minuten das Opfer tötete. Ein Professor Heide( Heyde oder ein ähnlicher Name), so ließ sich Küchle vernehmen, habe einige vertrauliche Vorträge gehalten, in welchen er von

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