Druckschrift 
Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Unauffällig und mit großer Vorsicht hatten die Vertrauten der Politischen Abteilung die desinfizierten Kleidungsstücke kon­trolliert und die Nummern notiert, um dann unter Zuhilfe­nahme der laufenden Nummernliste Sonderlisten der Ermordeten aufzustellen. Selbst Zivilisten, welche vom RSHA direkt zur Hinrichtung ins Krematorium gebracht wurden, konnten an Hand der z. T. in der Kleidung noch befindlichen Legitimations­papiere oder sonstigen Kennzeichen identifiziert werden. Dank der unbedingten Verschwiegenheit der Kameraden, die diesen Identifizierungsdienst laufend durchführten, wurde selbst der SS nichts von diesem Geheimdienst bekannt, die diesen Be­teiligten ohne Aburteilung den Tod am Galgen gebracht hätte.

Nicht nur die Kleidungsstücke der Ermordeten passierten die Desinfektion, nein, alles, was die SS in den besetzten Län­dern zusammengeraubt hatte. Die Wohnungen und Geschäfte in diesen Ländern wurden bis zum Äußersten ausgeplündert und wahllos alles auf Kraftwagen ,, heim ins Reich" transpor­tiert. Das in den Ostländern gestohlene Gut kam ausschließlich nach Sachsenhausen, um dort in den Desinfektionskammern von Ungeziefer und Bakterien gesäubert zu werden. Monate­lang rollten täglich die Autos ins Lager, um die ,, Beute" ab­zuladen, als da waren: Kleidungsstücke von Männern, Frauen und Kindern, einschließlich Leibwäsche, Bettwäsche, Stepp­decken, Federbetten, Tischwäsche, Gobelins, Teppiche, Läufer, Portieren, Gardinen, Vorhänge, Pelze, wertvolle Tücher und Sei­denwaren, Tischdecken, Stickereien, Spitzen, kurz gesagt, alles, was in einer Wohnung zu finden war.

Mit welcher Brutalität die SS bei dem Rauben zu Werke ging, möge aus Nachstehendem erhellen: In mehreren Anliefe­rungen fanden sich blutgetränkte Frauen- und Kindernacht­hemden und Schlafanzüge, die den untrüglichen Beweis liefer­ten, daß die Besitzer im Bett oder während des Schlafs er­mordet worden waren, denn die Nachtkleidung war blutdurch­tränkt und durch Bajonette oder Messer zerfetzt. Es ließ sich feststellen, ob das Opfer den Tod durch Brust- oder Rücken­stich erlitten hatte.

In einem Fall wurde beim Durchsuchen des geraubten Gutes von den damit beschäftigten Häftlingen in der Desinfek­tion die Leiche eines Säuglings in blutigen Windeln gefunden, der arme Wurm war durch einen Bajonettstich durch die Brust aufgespießt und getötet worden. In der Eile hatten die Bestien vergessen, die kleine Leiche am Tatort zu lassen, und somit brachte der arme Wurm Kunde nach Sachsenhausen von dem Leidensweg der ganzen Familie. Über den gemachten schau­rigen Fund der Lagerleitung Meldung zu machen, war nicht ratsam; denn diese Meldung hätte den Augenzeugen dieser Schandtat als ,, Wissende" das Leben gekostet. So wurde kurzer­hand die Säuglingsleiche während des Nachtdienstes im Ofen der Zentralheizung der Desinfektion verbrannt und niemand hat je über diese furchtbare Begebenheit etwas erfahren.

Während des Monats Mai 1942 langte ein Lastwagen, gefüllt mit leeren Koffern und Handtaschen, in der Desinfektion an. Die zum Teil noch daran befindlichen Aufschriften verrieten,

daß es Wiener,

In der F Vertraute tion, wo

gen zu n In e

an einen gesamte befände

Es fande sogar ein

reise gee

lichkeit

Kremato

Koffer n Einfall keiten d

Beim

der Bloc blick. E

bis acht war eing

gang" m Mann fo ohne der Zugangsl Zugänge der Nan

Meist ha genden von der

Dock 40 147 z der pens

a. d. Lah

her bra

weisungs scheinig

Weise g

nach er

wenn si

seiner P

zum un

,, weil er wurde i

Den seit Janu ker, Geis

indemn fünf Mi

oder ein habe ein

90

90