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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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Dingen. Bestand auch nur der Verdacht, daß einer der unsrigen etwas erzählte, was vielleicht der SS nicht genehm war, so setzte es Prügel, Torstehen, Pfahlhängen, Unterbringung in der SK oder im ,, Klinker" ab.

Es war verboten, sich mit den Zugängen" privat zu unter­halten. Diese brachten, sofern sie nicht aus irgend einer Straf­anstalt oder einem Lager kamen, meistens interessante Neuig­keiten mit ins Lager, zumal wenn es sich um wirklich Po­litische handelte. Meist verrieten schon die im Schutzhaft­befehl aufgeführten Einweisungsgründe, ob der ,, Zugang" Wis­senswertes zu berichten hatte, und in solchen Fällen merkten die interessierten Schreiber und Dolmetscher sich den Namen des ,, Zugangs", um ihn später in seinem Wohnblock zu befragen.

Zu der illegalen Aufgabe der Häftlinge der Politischen Ab­teilung zählte vor allem die Herstellung der Verbindung zwi­schen politischen ,, Zugängen" und deren Freunden und Be­kannten, welche bereits im Lager waren, an Hand vertraulicher Listen und Namen, welche nach Ländern, Städten usw. geführt wurden. Wurde z. B. ein bekannter Politischer aus Hamburg als ,, Zugang" eingeliefert oder von einem anderen Lager über­führt, so waren schon in der ersten Stunde die Vertrauens­männer dieses Ortes verständigt, und nicht wenig erstaunt war der Neuankömmling, nachdem er den Zugangsblock betreten hatte, daß ein Landsmann oder Freund ihn begrüßte und ihm einige EB- oder Rauchwaren übergab.

Unsichtbar für die SS - Lagerleitung und den weitaus größten Teil der Lagerinsassen wurde so Jahre hindurch ein engmaschi­ges Netz der Politischen geschaffen. Die hier gesponnenen Fäden der Verbundenheit verdichteteten sich später zu einer Organisation der Widerstandsbewegung, wovon in einem andern Kapitel die Rede sein wird.

Nicht immer war die Zusammensetzung des Dolmetscher­und Schreiberstabes eine für den Zweck der illegalen Betäti­gung günstige und fördernde, denn von Seiten der Lagerführung wurden stets Spitzel und Denunzianten dazwischen geschoben. Oft genügte eine unscheinbare Sache, einen Verdächtigen zu Fall zu bringen und ihn zu beseitigen. So hatten die Rapportführer Campe und Sorge in den ersten Maitagen 1940 den Tod von fünf Schreibern und Dolmetschern auf dem Gewissen. Zunächst den Vorarbeiter Hermann Kronenberg, der in der Nacht zum 2. Mai 1940 in der SK bestialisch durch ,, Kaltwasserbehand­lung" ums Leben gebracht wurde. Dem gefesselten entkleideten Häftling wurde aus dem Schlauch eiskaltes Wasser auf die Herzgegend gestrahlt, bis die Körpertemperatur nachließ und der Tod durch Herzschwäche eintrat. Laut Totenschein war Kronenberg an Herzschwäche und Asthma verstorben. Sein Mörder war der Blockführer in der SK, Bugdalla, eine der furchtbarsten Bestien im Lager.

Die weiteren Opfer waren der tschechische kommunistische Abgeordnete Antonin Zapatocki und der Verleger kommunisti­scher Bücher Paul Prokop aus Prag . Der nächste, Ivan Se­ kanina , ein Rechtsanwalt aus Prag , wurde durch die Miẞ­handlungen derart zugerichtet, daß er einen Armbruch davon­

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