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trug und im geeigneten Augenblick den ,, Gestorbenen" in Sicherheit brachte. Dieser hatte nun unter Annahme eines falschen Namens- für ein Weiterkommen zu sorgen, um in der großen Masse der Heimatlosen und Ausgebombten unterzutauchen, zumal ihn niemand suchte, weil er nicht geflüchtet, sondern in die Liste der ,, Verstorbenen" eingereiht war.
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An dieser Stelle muß ich des Rapportschreibers Rudi Große eines der zuverlässigsten politischen Kameraden gedenken, der es verstanden hat, Jahre hindurch dem SS- Rapportführer die wirkliche Stärke des Lagers zu verschleiern. Rudi Großes Rapport hat nie gestimmt, aber ausgezeichnet hat er die Lagerleitung mit gefälschten Zahlen an der Nase herumgeführt.
Rudi Große wurde Anfang Oktober 1942 mit den beiden Lagerältesten Harry Naujoks und Werner Stake sowie weiteren fünfzehn politischen Häftlingen, die sich z. T. in Schlüsselpositionen befanden, ins Vernichtungslager Flossenburg ,, verfrachtet". Von diesen zur Liquidierung ausersehenen Kameraden, die sämtlich der KPD angehört hatten, sind mir noch nachstehende Namen in Erinnerung: Willi Hannemann, Flensburg , Karl Schwaiger, Albert Buchmann , Fritz Selbmann , Rudi Rotkegel, Wilhelm Görnus, Hein Meyer, Karl Schirdewahn und Ernst Guggenhahn, welch letzterer zusammen mit Rudi Große in Flossenburg den Tod im Steinbruch fand. Die SS hatte die beiden dort liquidiert.
Sämtliche für die Liquidierung ausgesuchten Häftlinge wurden zunächst acht Wochen lang in Sachsenhausen im Dunkelarrest gehalten. Der Grund dieser Festsetzung war in der militärisch bedenklichen Situation von Stalingrad zu suchen. Es erging ein Geheimbefehl, in sämtlichen Lagern die führenden Kommunisten zu liquidieren und zwar in unauffälliger Weise, durch Herabsetzung der Verpflegungsration und gleichzeitiger schwerer Arbeit mit etwa 16-20stündiger Arbeitszeit täglich. Zum Vorwand für die Arrestierung diente eine Denunziation, als deren Urheber der sudetendeutsche Spitzel Lammel( 11 kriminelle Vorstrafen und Träger des roten Winkels) als ,, Politischer " sehr bald ermittelt wurde. Er hatte die obigen Kameraden verzinkt", indem er die Behauptung aufstellte, diese hätten eine Unterstützungsgruppe unter dem Namen ,, Rote Kuhle". ( Kuhle tägliche Brotration) gebildet, wozu ein vermögender Häftling, der einst Konsul in Uruguay war, das Geld gestiftet habe.
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Während die achtzehn Kameraden noch im Dunkelarrest auf ihr Schicksal warten mußten, brachte ich mit meinen Kameraden in der Politischen Abteilung Emil Büge, Josef Zeman, Oleg Homola und Alex Strobach( die drei letztgenannten waren tschechische Studenten) den als Vorarbeiter der Politischen Abteilung tätigen Lammel zu Fall. Er kam zunächst zum ,, Klinker" und wurde dann einer Baubrigade zugeteilt, wo er dem Vernehmen nach liquidiert sein soll. Bei Denunzianten galt grundsätzlich: Aug' um Aug', Zahn um Zahn. Die nach Flossenburg verbrachten Kameraden wurden dort ein Jahr lang in strengem Arrest gehalten; jeder hatte in seiner Zelle einen BVer( Krimineller) als Kapo, der ihn täglich zur schwersten
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