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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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keller des Krankenhauses abgeliefert und von der Blockstärke abgesetzt werden.

Vom Turm A werfen drei Scheinwerfer ihre Strahlenbündel über den Appellplatz und die anrückenden Blocks. In alle Ecken dringt das grelle tastende Licht, als suche es noch etwa sich versteckende Häftlinge aufzuspüren und heranzuzerren. In einer der letzten Blockkolonnen ist eine Unruhe entstanden, es fehlt im Block 65 ein Häftling. Er muß gesucht werden. Vom Wacht­turm E ist ein Schuß gefallen, er galt dem gesuchten Häftling, der durch den elektrisch geladenen Stacheldraht zu entkommen versuchte und nunmehr auf dem spanischen Reiter durch die Kugel des Wachtpostens sein Leben lassen mußte.

In Fünferreihen ausgerichtet steht die gesamte Lagerstärke auf dem Appellplatz, als der Rapportführer die Meldungen der Blockführer über die Stärke der einzelnen Blocks entgegennimmt. Vom Turm A über dem Eingangstor meldet der Wachtposten neben dem Maschinengewehr dem Lagerkommandanten und Lagerführer monoton ,, Turm A. Auf Posten nichts Neues!" Nein, es war nichts Neues passiert; denn die wüsten Szenen über Nacht, und die seit dem gestrigen Abendappell auf alle erdenkliche Art zum Tode beförderten Häftlinge, es war etwas Alltägliches, also nichts Neues.

,, Arbeitskolonnen antreten!" und wie in einem Ameisen­haufen wühlt alles durcheinander, um, soweit zur Arbeit ein­geteilt, sich bei seinem Arbeitskommando einzureihen und mit diesem zum Arbeitsplatz zu marschieren. Nur wenige Hand­werkerkolonnen bleiben im Lager; die größte Kolonne mar­schiert durch das Tor hinaus zum Großziegelwerk ,, Klinker", begleitet von bewaffneten SS - Wachtposten, denen einige Blut­hunde beigegeben sind. Wie viele werden von der Mordstätte ,, Klinker" heute zum Abendappell nicht lebend zurückkommen? Wie viele werden als ,, auf der Flucht erschossen" mit dem Ar­beitskarren tot zurückkommen?

Es ist etwa 62 Uhr, als die letzten Arbeitskolonnen ab­gerückt sind; das Gros der Häftlinge wartet auf dem Platz bei 30 Grad Kälte, ohne Mantel oder schützende Kleidung auf das Kommando: ,, Stehkommandos abrücken!" Die Turmuhr zeigte auf neun; denn inzwischen war es hell geworden. Frierende, hungernde Menschen, lebende Skelette führen einen Totentanz auf, um die erfrorenen Glieder in Bewegung zu halten.

Vom Fenster des Rapportführers Sorge, des ,, Eisernen Gu­stav", schallt es gebieterisch über den Platz: Stillgestanden! Hier wird nicht gestrampelt". Für einige Minuten wird mit dem Trampeln innegehalten. Hier fällt einer um und kann sich nicht mehr erheben; dort wieder einer und so fort. Fast übersät erscheint der Platz mit Erfrorenen, die von je vier Mann ins Revier getragen werden. Mehr als fünfzig Tote werden gezählt, als sie durch das Tor zum Revier geschleppt wurden, und immer noch fielen die Opfer der Kälte, bis der Revierarzt beim Kommandanten energisch forderte, daß die Häftlinge sofort in die Blocks zu beordern seien, um weitere Fälle des Kältetodes zu verhüten.

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