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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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tun, denn die SS hatte ganze Arbeit gemacht- man trug ihn tot hinaus in den Wachraum, in welchem bereits ein weiteres Opfer der Kälte, Entbehrung und Miẞhandlung vor­läufig Platz gefunden hatte.

Halb fünf war es, als der Wecker neben dem Pett des Blockältesten rasselte. Zerschunden und müde rieb er sich die Augen; denn nur kaum drei Stunden hatte er gedöst, nachdem die nächtliche Schreckensszene beendet war. Noch vor dem Wecken mußte er zur Schreibstube, um beim Rapportschreiber die Zahl der Blockstärke abzustimmen- 426 waren es, davon drei im Krankenbau. Auf dem Wege an der Wäscherei vorbei, wo das Thermometer 30 Grad zeigte, landete er wieder im Block, als vom Appellplatz die Glocke zum Aufstehen rief."

Langsam erhoben sich die zermürbten Gestalten von den Strohsäcken, die ihnen in dieser Nacht wenig als Ruhestätte gedient hatten, zogen mit ihren dürftigen, zerlumpten Kla­motten apathisch zum Waschraum und nehmen beim flüchtigen Reinigen des Gesichts und der Hände kaum davon Notiz, daß zwei der ihrigen in dieser Nacht ausgelitten hatten und hier im Waschraum nur noch darauf warteten, nach dem Appell zum Leichenkeller gebracht zu werden.

Die Kaffeeholer kommen mit den Kübeln warmer brauner Brühe von der Küche und füllen an den Tischen jedem einen halben Liter ein. Am Tisch Nr. III fehlt ein Mann, richtig, es ist der Fieberkranke von gestern Abend, den die SS über Nacht ,, erledigte". Am Tisch Nr. IV sind zwei Plätze frei. Der Schlafraum wird durchrevidiert, die Fehlenden liegen noch auf den Strohsäcken und rühren sich nicht. ,, Aufstehen!" hallt es noch einmal laut und auffordernd zu den beiden hinüber, doch leisten sie dem Rufen keine Folge.

Auch das Wachrütteln hilft nicht, beide waren während der Nacht auf ihren Strohsäcken erfroren. Vier Tote in dieser Nacht, durch Hunger und Bestialität Opfer der braunen Mord­pest. Der Schreiber nimmt die Habseligkeiten der Toten aus ihren Spinden; die Brotrationen und die Marmelade, welche sie aufgehoben hatten, um sie am Morgen zum Kaffee zu essen, waren inzwischen von hungrigen Mitgefangenen gestohlen wor­den, die schon vor dem Wecken bemerkt hatten, daß die Eigentümer den letzten Atemzug getan hatten. Die Toten brau­chen nichts mehr, der Hunger wirft alle Rücksichtnahme über den Haufen.

Laut dröhnen die schrillen Töne der Glocke über den Platz. ,, Alles raustreten!" In Fünferreihen wird vor den Blocks ange­treten. ,, Richtung nehmen!" Blockälteste, Schreiber und Stu­benälteste zählen die Reihen durch; denn es muß alles zur Stelle sein, wenn der Block auf dem Appellplatz antritt und der Blockführer den Block abnimmt. Es müssen 426 sein, davon drei im Krankenbau stimmt; angetreten sind 423, da­von vier Tote. Abmarsch zum Appellplatz. Am Schluß des Zuges haben je zwei Häftlinge einen toten Kameraden unter­gehakt; denn auch diese müssen mit zum Appellplatz, sie müssen in Reih und Glied stehen, bis sie nach dem Appell im Leichen­

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