Ich bin die Vorsehung. In mei­nem Herzen bin ich in Wirklichkeit ein Künstler. Und ich beschloß

Politiker zu werden.

Vorwort

Hitler .

Vieles hat sich aus kleinsten Anfängen entwickelt und ist ohne besonderes Zutun gewachsen. Aneinander gereihte Auf­zeichnungen, Notizen und Dokumente wurden zu einem Heft und unmerklich ward ein handliches Buch daraus. So darf ich es auch wohl von dem vorliegenden Buch behaupten, das eigentlich nur ein Heft werden sollte. Als Hitler 1932 zum ersten Mal an der Nordgrenze Deutschlands auftauchte und im Flensburger Stadion sein Hakenkreuz- Evangelium verkündete, vermerkte ich mir den ersten Bluff des sog. Nationalsozialismus. Seine mehr als inhaltslosen Phrasen und Versprechungen gaben einem Nazi- Chronisten Anlaß, aufzuzeichnen ,,, daß an diesem Tage die Idee über alle und alles den Sieg errungen habe". Der nach­malige NS - Oberbürgermeister Kracht schrieb in seiner Chronik: ,, Eine neue Seite im Buche der Stadtgeschichte ist aufgeschlagen, einst werden unsere Enkel sie lesen: Mögen sie es mit stolzem Herzen tun!" Es kam anders. Das Jahr 1945 sah das ,, Tau­sendjährige Reich" in Flensburg - Mürwik, an der Endstation der Straßenbahn, in ein Nichts zerrinnen.

Als nach der sogenannten ,, Machtübernahme" die Schergen der Gestapo Abertausende Gegner des Nationalsozialismus in die Strafanstalten und Konzentrationsläger brachten, da wurde auch ich nicht vergessen und bekam von allem, was dort ge­boten wurde, mehr als reichlich zu kosten. Von sehr vielen KZ- Insassen sind Aufzeichnungen gemacht, doch haben sie nur einen Bruchteil dessen gesehen, was in Wirklichkeit geschah. Noch viel weniger waren es, die wie ein Mirakel die langen Jahre des Grauens überstanden und über ihre Leidenszeit be­richten konnten. Für sie war es außerordentlich schwer, Auf­zeichnungen zu machen und diese zu verbergen, weil bei einer stets zu erwartenden Leibes visitation oder Durchsuchung der kärglichen Habseligkeiten des Häftlings, die geringste Kleinigkeit ihm zum Verhängnis werden konnte und er Gefahr lief, auf der Stelle erschlagen oder beim Abendappell gehängt zu werden. Schon die Kenntnis von Dingen, die ein Häftling nicht haben durfte, konnte ihm den Tod bringen. Auf das Hinausschmug­geln von Briefen und Notizen, selbst harmlosen Inhalts, stand zumindest Pfahlhängen oder fünfundzwanzig Hiebe mit der Stahlrute, die dem Unglücklichen auf dem Bock verabreicht

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