Tages auf die Postzensurstelle zitiert, bekam meinen Brief mit der Bemerkung ausgehändigt, daß der Brief nicht be­fördert würde. Und wenn ich das nächste Mal nicht ordentlicher schriebe, bekäm ich totales Schreibverbot. Ich wagte zu erwidern: ,, Aber der Brief ist doch gut zu lesen!" Dieser Einwand war jedoch zuviel. Schon hatte ich zwei Ohrfeigen weg und schlich wie ein geprügelter Hund davon. Meine armen Angehörigen taten mir leid. Ich wußte, daß sie warteten, haben sie doch, wie ich nach meiner Entlassung erfuhr, einmal drei bis vier Mo­nate, obwohl ich jeden Monat schrieb, überhaupt keine Zeile von mir bekommen und rechneten mich schon zu den Eingeäscherten.

In den letzten vier Monaten meines dortigen Aufent­haltes durften wir Pakete empfangen. Unsere Freude dar­über war unbeschreiblich. Mein erstes Paket mit Butter, Marmelade, Kuchen usw. traf bald ein. Und wie hat die­ser Kuchen geschmeckt! Schon am ersten Abend war nichts mehr von ihm übrig. Die Hälfte wurde verteilt. Es gab so Viele unter uns, die nie ein Paket bekamen, und so teilten wir Glücklicheren gern aus. Das war über­haupt selbstverständlich bei den meisten. Nun brauchte ich nach zwei Jahren auf einmal kein trockenes Brot mehr zu essen, konnte es bestreichen mit Butter, mit Marmelade! Wie eine Königin kam ich mir vor.

Es liefen sehr, sehr viele Pakete für die Häftlinge ein. Manche erhielten in einer Woche zwei bis drei, beson­ders die Polinnen. Leider wurden diese Pakete über Nacht oft gestohlen. Wo auch sollten wir den Inhalt aufbewahren? Wir hatten ja nichts Abschließbares. Die meisten nahmen des nachts ihre Pakete mit auf die Pritsche und stellten sie an das Fußende. Am andern Morgen aber waren sie von der Pritsche verschwun­den. Die Angehörigen hatten es sich oft vom Munde ab­gespart, darum war es doppelt bitter. Aber auch diese Tatsache läßt erkennen, was für Menschen in diesem Konzentrationslager untergebracht waren und auch, wie sehr die Gefangenen hungerten.

Natürlich wurde jedes Paket von der Postzensurstelle

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