ließ sich von ausländischen Ingenieuren kleine Schlachtschiffe für diesen See bauen, schaffte sich eine prächtig kostümierte Matrosengruppe an, die nun auf diesen Gewässern gewaltige Seeschlachten aufführen mußte, bei denen die Kanonaden dem schaulustigen Hofe zugleich ein großartiges Feuerwerk à la mode boten. Am Seeufer entstand das Märchenschloß St. Georgen mit phantastischen orientalischen Motiven, wie geschaffen als Lustsitz für die markgräfliche Maitresse. Doch übergehen wir seine landesväterlichen Orgien diskret.
Mich persönlich interessiert an den Beschreibungen des weiland Predigers Riedel besonders die Stelle über die markgräfliche Zuchthauspädagogik, wo er von ,, verstellten Krankheiten und deren Heilung" spricht. Auf die Simulanten hat er es ganz besonders abgesehen.
,, Da wir hier der Verstellung gedenken", schreibt er stolz und weise ,,, so wollen wir davon sogleich melden, daß solche aufs genaueste erforschet und geprüfet wird. Vielen weiß der Geist des Betruges auch hierher ins Zuchthaus dermaßen nachzufolgen, daß sie der Arbeit und gerechter Bestrafung durch erdichtete Krankheiten und Leibes- Zufälle entgehen wollen. Diese hatten eine außerordentliche Geschicklichkeit, so oft sie wollten, in Wahnsinn zu verfallen, den aber der ietzige Zuchthaus- Verwalter oft wieder zu heilen wußte.
Eine im Jahre 1742 puncto Adulterii( wegen Ehebruch) sich hier befindliche Manns- Person wußte vornehmlich diese Krankheit nach eigenem Belieben anzunehmen. Weilen aber die eigentlichen Merkmahle dieses Übels nicht vollkommen bei ihm wahrzunehmen, hat der Verwalter eine unterlaufene Betrigerey billig besorget, und ihm den im Zuchthaus üblichen modum, dergleichen verstellte Krankheiten zu heilen durch einen seiner Cameraden heimlich eröfnen, zugleich aber vor fernrem Betrug warnen lassen.
Bei fortdauernder Bosheit, da auch die Drohungen und Vermahnungen des Geistlichen aus Gottes Wort nichts fruchten wollten, bohrt man ihm einsmals, auf eingelaufener gnädigster Erlaubnis, mit einem spitzigen instrument in die Fus- Sohlen, darauf er sogleich über Schmerzen klagete und sich aufrichtete.
Er verfiel aber zugleich auf den Teufel, welcher ihm in seiner schrecklichen Gestalt erscheine, und solche abentheuerliche Bewegungen mit seinem Leib vornähme. Weilen nun des Predigers Vermahnungen nichts fruchten wollten, wurde auch diese
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