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Kampf um den Kopf : meine Erlebnisse als Gefangener des Volksgerichtshofes 1943 - 1945 / Gerhard Schultze-Pfaelzer
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lächeln ,,, wenn ich mit einer groben Bürste an unsern Wunden gescheuert habe."

Er hält noch immer meine Hände und lächelt verstehend zurück. ,, Und nun glückauf für Ihre Fahrt ins Irrenhaus!"

,, Sie haben schon von mir gelernt, Herr Rechtsanwalt. Glückauf für die Fahrt ins Irrenhaus! Hahaha! So könnte ich mich ausgedrückt haben. Bravo! Wenn Sie das zu einem normalen Menschen sagen, hält er Sie glatt für verrückt."

,, Ja, wahrhaftig, wir müssen alle durch den Wahn hindurch! Aber jetzt muß ich wirklich gehen! Sie werden ja den Kopf auch weiterhin hoch tragen, Herr Doktor. Hoffentlich bleibt er fest genug dazu."

In der nächsten Woche gibt es nur gesteigertes Nocturno der Luftangriffe. Auf dem Schlachtfeld des Wahnsinns nichts Neues. Dann stößt der Niko plötzlich so wild die Tür auf, als wolle er mich aus einem brennenden Gebäude retten., Weißt du schon, der Stalin ist gefangen. In der großen Kesselschlacht bei Küstrin . Mit dem Stalin sind drei Millionen Russen ge­schnappt."

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,, Niko, Mensch, halt die Luft an. Das ist der größte Tatareneinfall der Nazipropaganda. Aber schon ein äußerst schwindsüchtiges Rennen! Wer hat den Irrsinn verzapft?"

,, Ein Wachtmeister hat die Nachricht von der Ortsgruppe mitgebracht. Jetzt stehen sie alle rum und können vor Auf­regung kaum reden. Einer meinte, Hitler werde den Stalin vielleicht persönlich im Lustgarten hinrichten."

,, Und solche Idioten wollen nun einen Stalin greifen und selbst die Welt verändern?" schreie ich in manischer Entrüstung.

Am nächsten Morgen kommt Niko erleichtert wieder. ,, Du hast recht gehabt. Es ist alles Unsinn gewesen. Die Deutschen gehen sogar noch weiter zurück. Bei Küstrin und Frankfurt wird schon um die Oderbrücken gekämpft. Es wimmelt in Berlin von Flüchtlingen aus der Mark und aus der Lausitz . Auf den zerbombten Berliner Bahnhöfen soll es ganz fürchterlich hergehen. Und dann etwas ganz Schreckliches!"

,, Was denn, was ist denn heute so besonders schrecklich?" ,, Den kleinen Kindern", sagt der gutherzige Niko mit feuch­ten Augenwinkeln ,,, sind die Hände abgefroren. In offenen Güterwagen wurden sie durch die fressende Februarkälte trans­

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