des. In Staub mit den Theorien! Schlagt ihn tot, den deutschen Massenmörder!
Schlagt ihn tot, werft seine Leiche ins Feuer! Niemand soll mehr mit seinen Knochen Götzendienst treiben. Streut seine Asche in die tiefste Kloake, auf daß sie sich mit dem Gedärm des Erdteufels vermische! Ich will die Hand küssen, die ihn erschlug!
Ja, ich rase. Ich springe durch den kleinen Raum, ich habe zum ersten Male wieder das Gefühl, daß mich meine Füße wirklich vorwärts tragen. Über Gräbern und Trümmern brechen wir auf! Die Sonnenräder der Geschicke sprühen. Wo bin ich?
Heute ist Freitag, heute muß der Figaro kommen. Freitag vormittag wird in allen Berliner Gefängnissen rasiert, falls es nicht der erzürnte Himmel verhindert. Unsere Figaros sind erstklassig, das heißt, sie rasieren miserabel, aber sie haben alle die neuesten Nachrichten auf Lager, und Nachrichten sind immer gut, auch wenn sie nicht ganz stimmen.
Den vorletzten Figaro hat der ,, Haifisch" gefressen. Der ,, Haifisch" ist unser Gefängnisinspektor, so genannt, weil sein Profil an einen Hai erinnert. Also die Sache war so: Der Figaro hat die Ölsardinen des Haifisches gefressen, und zwar gleich in größeren Dosen, und dafür hat der Haifisch den Figaro gefressen, mit anderen Worten, er hat ihn auf vier Wochen in die Dunkelkammer geschickt.
Draußen klappern schon Kasten und Schemel des neuen Figaro, zehn Zellentüren öffnen sich, der Beamte hat es eilig, wir drängen in das Zwielicht der Galerie, jeder zischelt ihm Fragen entgegen. Ich bin zum Reißen gespannt wie eine Stahlseite.
,, Sachte, Herrschaften, sachte", wehrt der Figaro ,,, ick kann mir doch den Mund nicht fusselig reden. Also, der Hitler ist noch nicht verreckt. Leider nicht. Sie haben ihm' ne Ladung Sprengstoff an seine weiche Birne geschmissen, aber das Aas ist noch immer nicht tot. Immer die Falschen erwischt es. Irgend so'n kleiner Bürofritze ist wech, und ein paar große Tiere sind verwundet. Wie? Wer? Na, wartet mal. Also die Offiziere sind's gewesen die vom Oberkommando der Wehrmacht. Und der, der den Strengstoff geschmissen hat, ist sogar ein Graf, ein Oberst glaube ich, wartet mal, ja, so hieß er Graf von Stauffenberg
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