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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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bei den Kranken im Revier bleiben wollen. Alles müsse weg, nur die Kranken blieben bis auf weitere Anordnung im Lager. Keiner wollte seine Kranken im Stich lassen, obwohl man wußte, daß die SS in an­deren Lagern nur Leichen zurückgelassen hatte.

Schweigen und Finsternis lagen über dem KZ. Buchenwald , als gegen 21 Uhr plötzlich auf dem Postenweg zwischen dem Lagereingang und dem Turm zwei in Richtung Kasernen größere Marschbewegungen hörbar wurden. ,, Sie kommen!" dachte man im ersten Augenblick. Doch sie kamen nicht. Dagegen war die 3. amerikanische Armee schon so nahe, daß sie zu jeder Minute die SS- Anlagen Buchenwald mit Ar­tilleriefeuer belegen konnte. Das ganze SS- Verbrecherkorps war mit Vorbereitungen zur Flucht beschäftigt. Der Kommandant, die Lager­führung und das ganze übrige Gesindel hatten ihre Wagen marsch­bereit und mit Beute vollgepackt, bereitgestellt. In dieser Situation kamen noch 425 Häftlinge aus dem Außenkommando Niederorschel nach mehrtägigem Fußmarsch hier an. Gleichzeitig nahmen die Mas­senmörder vom KZ. Buchenwald im Hof des Krematoriums noch die letzten Exekutionen vor. Man sah, daß einige Zivilisten dorthin ge­führt wurden. In der Nacht starben im Waschraum des Arrestes wei­tere 24 Häftlinge eines grausamen Todes. In derselben Nacht voll­brachten die Faschisten noch eine ihrer Schandtaten. Sie schlossen sich auf der Effektenkammer ein, stahlen hier Geld, Uhren und andere Wertsachen von etwa 2000 Häftlingen und verpackten das Diebesgut in großen Kisten. Auch ein großer Koffer mit Juwelen, der bisher noch nicht abgeliefert worden war und von einem Judentransport stammte, wurde gut verschnürt in der Nacht von einem LKW. abgeholt. In derselben Nacht verschwand auch ein großer Teil der Angehörigen des Kommandanturstabes. Bei der Ausgabe der restlichen Effekten an die Häftlinge stellte man später fest, daß sie vielen Häftlingen die Perso­nalpapiere gestohlen hatten, damit sie unter fremden Namen flüchten und sich verstecken konnten.

Im übrigen verbrachten wohl alle Häftlinge die letzte Nacht in höchster Unruhe. Sie wußten, daß sich alle Kräfte so zusammenball­ten, daß der nächste Tag die Entscheidungen bringen mußte. Morgen sind wir tot oder frei! Die Evakuierung schien nicht mehr möglich, waren doch schon am Vortage auf dem Weimarer Bahnhof die Loko­motiven der Transportzüge zerschossen worden. Und nur zu gern legten die Häftlinge das so aus, daß die Evakuierung von den Ameri­kanern verhindert werden sollte.

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