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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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disten dieser ganzen Verbrecher bande, in Pfarrer Schneiders Zelle und die herrliche Stimme aus der unbesiegbaren Welt des Geistigen- ver­stummte unter dem Klatschen der Nilpferdpeitsche, die jenen tapferen Mann zusammenschlug.

Als Pfarrer, als Diener der evangelischen Kirche, stand Pfarrer Schneider in gewissem Maße unter dem Schutz der Weltöffentlichkeit. Seine Standhaftigkeit mußte dem Lagerkommandanten SS - Staf. Koch wie ein ewiger Alpdruck erscheinen. Er konnte diese Affäre nicht so leicht abtun, wie das bei den zahllosen Namenlosen möglich war: Ab­gang durch Tod und Todesursache: Allgemeine Herz- und Kreislauf­schwäche. So leicht ging das mit einem Pfarrer Schneider nicht. Des­halb wäre dieser Massenmörder Koch sehr gern bereit gewesen, Pfarrer Schneider zu entlassen. Er hat es ihm oft genug angeboten. Nur eine kleine Formalität: Unterschreiben Sie diesen Revers, daß Sie sich in Zukunft dem nationalsozialistischen Staat gegenüber loyal verhalten werden, daß Sie nichts über das Lager erzählen, daß Sie jede staats­feindliche Äußerung oder Handlung sofort der Gestapo melden, und Sie können noch heute nach Hause fahren.

Wißt ihr, was das heißt? Könnt ihr die erschütternde Größe dieser Verlockung erfassen? Nach Hause? Raus aus der Hölle, überwunden die tägliche Todesgefahr, überwunden die ewige Angst, daß jeder Mor­gen der letzte Morgen, jeder Sonnenuntergang der letzte Sonnenunter­gang sein kann. Leben- Frau- Kinder! Nur eine kleine Unterschrift!

Pfarrer Schneider widerstand der Verlockung. Liliencron hat uns die Geschichte Pidder Lüngs erzählt, der dem Amtmann von Tondern sein stolzes Wort: ,, Lewer duad üs Slaaw" entgegenwarf und sein Leben für diese Idee hingab. Deutsche Männer und Frauen, deutsche Jugend. Wir brauchen nicht hunderte von Jahren zurückzugehen, um Beispiele unbeugsamer Entschlossenheit zu finden. Pfarrer Schneider und tau­sende anderer toter Helden des antifaschistischen Kampfes zeugen, daß Mut und Treue, Freiheit und Gerechtigkeit auch unserer Generation nicht ganz abgehen.

Pfarrer Schneider unterschrieb nicht. Seine Antwort war: ,, Sie kön­nen mich entlassen, aber ich sage Ihnen, der erste Bordstein Weimars wird die Kanzel, von der aus ich Ihre unsagbaren Verbrechen dem ganzen Volke predigen werde." In teuflischer Wut ging Koch. Diesen erbärmlichen Gesellen rührte die erhabene Mannhaftigkeit nicht Un­fähig, auch nur einen Hauch jener menschlichen Größe zu verspüren, erfüllte ihn nur ein tierhafter Haß. Zerbrechen diesen Stolz, beugen das

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