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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
Entstehung
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weiß nicht mehr, wann Pfarrer Schneider nach Buchenwald kam, und auch nicht, wann ihn sein Gewissen zum ersten Male zwang, seine Stimme in der Hölle selbst zu erheben. Er stammte, soviel ich weiß, aus Simmern im Hunsrück und war am Anfang eben eine Nummer in un­serem grauen Heer. Wenn das Leben als unbekannter Häftling auch hart, trostlos und gefährlich war, so gab doch die Gemeinschaft mit den vielen Kameraden Schutz, Hilfe und Trost. Für uns alle war diese Gemeinschaft eigentlich das Leben und unsere unverbrüchliche Ka­meradschaft die einzige Garantie, das Grauen zu überstehen. Wie an­ders aber war es, wenn einer hervorgezerrt wurde aus dem Schutz der Masse, wenn er sich nicht mehr ducken konnte hinter den Rücken sei­nes Vordermanns. Dann stand er nicht für eine kurze Weile, dann stand er jede Sekunde seines von nun an aufs höchste bedrohten Lebens der Totenkopffratze Auge in Auge gegenüber. In tödlicher Ein­samkeit trat jeder zur letzten Bewährung an. Ein Schiffbrüchiger, der auf einem Balken irgendwo fernab aller Schiffslinien auf dem weiten Meere treibt, kann nicht so einsam sein wie der Häftling in der Arrest­zelle von Buchenwald . Wo wäre da ein hilfreicher Balken gewesen? Dort hatte der Mensch nur zwei Lösungen, entweder in dumpfer Er­gebung und Lethargie das Ende zu erwarten oder sein Herz in beide Hände zu nehmen und hohen Hauptes den dunklen schmerzensreichen Weg zu gehen.

Pfarrer Schneider ging diesen Weg.

Oftmals waren wir Sonntags früh zum Appell angetreten. Damals, 1938-39, zwischen zehn- und zwanzigtausend Menschen in Blocks auf dem riesigen Appellplatz aufmarschiert, das Gesicht dem Eingangs­und Arrestgebäude zugewandt. Die Blockführer hatten gezählt und dem Rapportführer gemeldet. Einer der Lagerführer erschien, das Mi­krophon knackte, ein brutales Krächzen zerriẞ den Morgen: Mützen ab. Ein schlagartiges Rauschen erfüllte den weiten Platz. Totenstille. Da ertönte aus einer Arrestzelle eine Stimme, klar und fest, eine Stimme, in der die Liebe der Menschheit und das Gewissen der Welt mitschwang. Pfarrer Schneider sprach zu seinen Kameraden. Wir wis­sen heute nicht mehr die Bibelworte, die er uns als Sonntagsmorgen­gruß zurief, wir haben sie wohl auch damals nicht verstanden, aber wir wußten, daß hier ein Mensch spricht, der leidet wie wir, der die töd­liche Gefahr verachtet, wie wir, der unser Bruder ist. Nur wenige Worte waren es, die Pfarrer Schneider sagen konnte. In viehischer Wut stürzte der Arrestscharführer Sommer, einer der allergemeinsten Sa­90

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