Druckschrift 
"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
135
Einzelbild herunterladen

chöpft,

r nach

Außen­

entrisch

mög­nserem Zeichen

chinen­

nieder­

kt, daß

hon ein

rhin zu hatte, chicksal en dem

kennen, Häft

an die

Leben,

al noch ht aus­

meraden

E

rn

wenige Lager­wurden

Diese wenigen Kameraden, die ihrer politischen Gesinnung treu geblieben waren, die ihren Intellekt nur im Dienste des menschlichen Fortschritts wirken Jießen, weshalb man sie im Konzentrationslager eingekerkert hatte, die die ganzen Jahre hindurch furchtbare Qualen über sich hatten ergehen lassen müssen und sich bis zuletzt durch die große Not tapfer durchgekämpft hatten, hätten nach dem Willen der Nazis den Tag der Freiheit nicht mehr erleben sollen. Man befahl sie einzeln ans Tor, um sie dann in einem versteckten Winkel, außerhalb des Stacheldrahtes, ermorden zu können.

Aber der Geschützdonner, mit dem sich unsere Befreier ankündigten, war auch in Buchenwald schon vernehmbar.

Die Kameraden ließen es deshalb darauf ankommen und verweigerten zum ersten Male einem SS- Befehl den Gehorsam. Vor den SS - Mördern verbargen sie sich in geheimen Schlupfwinkeln im Lagerbereich.

Die Spannung war dadurch aufs höchste gestiegen. Jeden Augenblick erwar­teten wir Maßnahmen der SS.

Wir waren auf alles vorbereitet.

Während meines Aufenthaltes in Dachau hatte auch ich wiederholt mit einigen Leuten meines Kommandos unter ständiger Lebensgefahr Waffen und Waffen­teile ins Lager hineingeschmuggelt, damit der letzte Tag der SS nicht auch unser letzter sein sollte, und wir solchem Massenmord Widerstand entgegen­setzen könnten.

Wie es in Buchenwald damit aussah, wußte ich nicht, doch wurde eine dies­bezügliche Frage von meinem Freund bejaht. So konnte ich auch dieser ge­fährlichen Situation entschlossener und ruhiger ins Auge sehen.

Aber die SS rührte sich nicht, trotzdem sie uns vielfach überlegen war. Diese Tage waren voller Spannung.

Appelle fanden nicht mehr statt. Gearbeitet wurde nicht mehr. In der SS­Unterkunft rüstete man für die Flucht.

Was würde man mit uns machen?

Der Befehl zu unserer Vernichtung war, wie wir später erfuhren, bereits ge­geben. Wir ahnten es, wenn wir es auch noch nicht positiv wußten.

Der letzte Akt der Tragödie spielte sich ab.

Die Zustände in Buchenwald hatten das Höchstmaß des Grauenhaften erreicht. Tausende von Leichen, die wegen Kohlenmangel nicht mehr verbrannt werden konnten, lagen teils unbestattet, teils oberflächlich verscharrt, im äußeren Lagerbereich.

Am Bismarck- Denkmal wurden in aller Eile riesige Massengräber ausgehoben, die Toten hineingeworfen und mit Erde zugedeckt, um so die Spuren des ver­brecherischen und brutalen Mordes zu verwischen. Die anderen Spuren ihrer Grausamkeiten hatten die Henker sorgfältig beseitigt.

135