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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Lagerältester noch einen Sack Nudeln organisieren können. In der Wasch­küche einer Gastwirtschaft bereiteten wir das Essen zu, teilten es aus, um sofort nach dem Verzehr weiterzumarschieren.

Während der Pause fand noch ein Zählappell statt. Er ergab, daß sieben Russen und ein Deutscher heute morgen die Flucht ergriffen hatten. Neugierige Einwohner waren zusammengelaufen und schauten uns an, wie man wilde Tiere in einem Zoologischen Garten betrachtet.

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, Was sind das für Menschen?", fragte ein kleines Mädchen.

,, Das sind Verbrecher aus Buchenwald !", war die Antwort eines größeren Jungen.

So sprachen Kinder deutscher Frauen, von denen viele selbst in Frauen­Konzentrationslagern, wie Ravensbrück , der gleichen Vernichtung preis­gegeben waren. Herzlose SS- Führerinnen und SS - Maiden schwangen die Peitsche, wenn sie Steine karrend und schleppend sich vor Schwäche nicht mehr halten konnten. Im Steinbruch und Straßenbau wurden sie aufgerieben, bis von ihrer einstigen fraulichen Schönheit nichts mehr blieb als ein lebendes Skelett.

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Mit einem wieder abgeänderten Kurs ging der Marsch weiter.

Alle tausend Meter blieb ein Unglücklicher liegen.

Alle tausend Meter geschah ein neuer Mord.

Die Straßen, die wir jetzt schritten, zeugten davon, daß vor uns schon Häft­linge anderer Außenkommandos durchgekommen waren. Die SS hatte auch hier mit gleichen Methoden gearbeitet. Überall Blutspuren. In den Straßen­gräben die Leichen erschossener Kameraden, oft fünf, sechs nebeneinander. Stücke zerrissenen Schuhwerks, zerfetzter Kleidung, blutbesudelte Decken lagen überall verstreut umher.

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Die hereinbrechende kühle Nacht legte ihre Schatten auf all diese grausigen Bilder. Sie wirkte wohltuend auf unsere Gemüter.

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Aber auch in dieser Nacht riß der SS - Mord Lücken in unsere Reihen. Wieder blieb mancher Kamerad völlig erschöpft am Straßenrand liegen. Dumpfe Schüsse hinter uns bestätigten ihren Tod neue Morde!

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Gegen Morgen machten wir irgendwo in einer Scheune für kurze Zeit Quartier und verzehrten den Rest der Verpflegung.

Und weiter ging es. Der neue Tag brachte uns in die Nähe von Arnstadt . Immer noch marschierten wir.

Zurückflutende deutsche Wehrmacht verstopfte die Straßen. Überall gab es Stockungen. Eine Kolonne Troẞwagen zog an uns vorbei. Die Pferdelenker riefen uns aufmunternd zu:

,, Ihr kommt doch nicht mehr nach Buchenwald , die sind schon eingekesselt!" Und zur SS gewandt, schimpften sie:

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, Was Ihr Hunde eingebrockt habt, müssen wir jetzt ausfressen!"

Das Kriegsgeschehen verdichtete sich von Tag zu Tag. Nach wie vor das furcht­bare Bild des Todes auf den Straßen.

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